Eine junge Mutter und zwei Pensionistinnen sollen in Wien Opfer eines 25-Jährigen geworden sein. Am helllichten Tag habe er ihnen den teils wertvollen Schmuck vom Hals gerissen. Bei einer 88-jährigen Beraubten fließen vor Gericht Tränen – bevor sie ihre Goldkette von der Richterin wieder zurückbekommt.
Eine junge Frau war gerade mit ihrem sieben Monate alten Baby unterwegs, um ihren kleinen Sohn vom Kindergarten abzuholen. Eine 88-Jährige suchte in ihrer Tasche nach dem Schlüssel. Eine dritte ältere Frau war am helllichten Tag in Wien unterwegs. Als ein 25-Jähriger ihnen in Wien ihren teils sehr wertvollen Schmuck vom Hals gerissen haben soll.
„Hab‘ ich geerbt“
Auch im Landl glänzt der junge Serbe nicht durch sein Benehmen. Richterin Daniela Zwangsleitner antwortet er patzig, rechtfertigt wild gestikulierend: „Das hab’ ich von meiner Großmutter geerbt.“ Damit meint er den Goldschmuck, der bei ihm sichergestellt wurde. Und trotzdem behauptet der 25-Jährige, der in seiner Heimat ein Wirtschaftsstudium absolviert haben will, vehement, er sei der Falsche.
Ich war ein paar Minuten von meiner Haustüre entfernt. Ich war gerade mit meiner kleinen Tochter beschäftigt. Ich hab‘ ihn erst bemerkt, als er direkt neben mir gestanden ist.
Junge Mutter erkennt den Angeklagten sofort wieder
Auch, als die junge Mutter ihn vor Gericht klar wiedererkennt. Sie schildert: „Ich war ein paar Minuten von meiner Haustüre entfernt. Ich war gerade mit meiner kleinen Tochter beschäftigt. Ich hab‘ ihn erst bemerkt, als er direkt neben mir gestanden ist.“ Ohne ein Wort zu sagen, habe er ihr die Kette vom Hals gerissen. „Sie ist vielleicht 30 Euro wert“, ist sie erleichtert, keinen materiellen Schaden zu haben. Sentimentalen Wert hätte das Schmuckstück jedoch gehabt: „Es waren die Namen meiner Kinder eingraviert.“
Kleiner Trost nach Zeugenaussage
Als Nächstes nimmt die 88-jährige Wienerin im Zeugenstand Platz. Mit zittriger Stimme erinnert sie sich: „Ich war gerade auf dem Weg ins Büro von meinem Sohn, um dort Blumen zu gießen.“ Die alte Dame suchte den Schlüssel für die Eingangstüre, als der junge Serbe auf einmal an ihrer Kette zog. „Eine Goldkette mit Perlenanhänger“, erklärt sie. Es fließen Tränen. Ein kleiner Trost: Die Halskette konnte beim Angeklagten sichergestellt werden. Die Pensionistin konnte sie nach ihrer Aussage wieder mit nach Hause nehmen.
Weil eine beraubte Dame zum Prozess nicht erschien, wird vertagt. Der 25-Jährige bleibt bis zum nächsten Termin in Untersuchungshaft.
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