Mobile Pflege

„Ohne uns wären viele komplett verloren!“

Salzburg
15.11.2025 08:00

Mobile Pflegekräfte füllen die Lücken im kränkelnden System mit viel Empathie. Das gerade geschnürte Reparatur-Paket des Landes baut weit nicht alle Sorgen ab. Die „Krone“ begleitete den mobilen Dienst. 

Noch muss Doris Metzger, Hauskrankenpflegerin im Pinzgau, keine Schneeketten anlegen. Aber das wird nicht mehr lange dauern. In Dienten fährt nur noch das Hilfswerk-Team entlegene Adressen an. Metzger: „Von einem Berg geht es runter und auf den nächsten rauf.“

Hoch hinauf muss Doris Metzger bei ihren Touren in Dienten.
Hoch hinauf muss Doris Metzger bei ihren Touren in Dienten.(Bild: Kerstin Jönsson)

Es gibt in der Gemeinde keinen Hausarzt. Keine Apotheke. Wenn die eigene Energie nachlässt, sind die mobilen Pflegekräfte oft einziger Ansprechpartner. „20 Leute werden von uns betreut“, sagt sie, „ohne uns wären viele verloren.“ Verbände werden gewechselt, Medikamente vorbereitet, Vitalwerte kontrolliert. Mobile Pfleger müssen ihr Fachwissen immer sofort abrufen können.

Kritik: „Keine greifbaren Besserungen für Team“
Ein eilig geschnürtes Notfall-Paket des Landes für die mobile Pflege sichert jetzt zwar Zusatzgeld für die Trägerorganisationen und somit das Angebot in allen Regionen. Es gibt aber auch Kritik. „Für die einzelne Kraft ist das keine greifbare Verbesserung“, so die Gewerkschaft.

Die Zusicherung, dass bei Fahrtkosten 50 Cent pro Kilometer übernommen werden, stützt Anbieter und nicht einzelne Mitarbeiter. Seit Jahresbeginn musste schon das erhöhte Kilometergeld ausbezahlt werden. Die Differenz trug die Organisation. Ein höherer Satz für Erstgespräche gibt zwar mehr Spielraum. Die Einteilung der Mitarbeiter bleibt aber schwierig.

Diplomatisch, empathisch, immer auf der Suche nach Lösungen: Natascha Felleis vom Team der ...
Diplomatisch, empathisch, immer auf der Suche nach Lösungen: Natascha Felleis vom Team der Volkshilfe.(Bild: Markus Tschepp)

Natascha Felleis von der Volkshilfe erstellt im Zentralraum Nord Dienstpläne. „Ein Balanceakt“, sagt die Henndorferin. Hilferufe aus Familien, wenn etwa ein Spitalsaufenthalt notwendig war, werfen Touren oft kurzfristig durcheinander. Felleis: „Es muss sich immer irgendwie ausgehen. Vom Team wird keiner sagen: ,Das mache ich nicht!“

Die Aussicht auf die Sparpläne mit Wegfall des Pflegebonus dämpft jetzt Freude am Beruf und Einsatzbereitschaft. Es ist viel Enttäuschung da. „Man nimmt hier etwas weg, das es gab und in anderen Bundesländern bleibt.“

Loading...
00:00 / 00:00
Abspielen
Schließen
Aufklappen
kein Artikelbild
Loading...
Vorige 10 Sekunden
Zum Vorigen Wechseln
Abspielen
Zum Nächsten Wechseln
Nächste 10 Sekunden
00:00
00:00
1.0x Geschwindigkeit
Loading
Eingeloggt als 
Nicht der richtige User? Logout

Willkommen in unserer Community! Eingehende Beiträge werden geprüft und anschließend veröffentlicht. Bitte achten Sie auf Einhaltung unserer Netiquette und AGB. Für ausführliche Diskussionen steht Ihnen ebenso das krone.at-Forum zur Verfügung. Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB). Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.

Salzburg
Kostenlose Spiele
Vorteilswelt