Die Motoren verstummen, der Nationalpark Hohe Tauern rund um den Großglockner atmet auf. Die „Krone“-Kampagne „Ich bremse auch für Murmeltiere“ hat heuer für viel Gesprächsstoff und Bewusstsein gesorgt.
Es ist still geworden rund um den Großglockner. Dort, wo im Sommer noch hunderte Sportwagen und Motorräder Richtung Kaiser-Franz-Josefs-Höhe röhrten, hört man jetzt nur mehr das Pfeifen des eiskalten Windes.
Längst haben sich auch die Murmeltiere wieder in ihre Baue zurückgezogen und die Mitarbeiter der Großglockner Hochalpenstraßen AG (Grohag) sind emsig dabei, die spektakulärste und bekannteste Panoramastraße Österreichs winterfest zu machen. Schilder werden abgebaut, Geländer gesichert, Gebäude verriegelt, denn bald türmen sich hier wieder meterhohe Schneewände.
Für Martina Gebert, die wohl engagierteste und bekannteste Murmeltierschützerin des Landes, bedeutet das: Saisonende. Seit der Eröffnung der Bergstraße im Mai war sie täglich auf rund 2300 Metern Höhe unterwegs. „Da oben kenne ich jedes Murmeltier persönlich“, sagt Martina und lächelt: „Und wenn eines fehlt, dann spüre ich’s sofort. Das sind für mich keine anonymen Tiere, das sind kleine Persönlichkeiten mit Charakter und jedes einzelne ist wichtig für die Familie im Bau.“
Nach einem intensiven Sommer ist es für Martina Zeit, Bilanz zu ziehen – und diese fällt großteils positiv aus. „Die Krone-Kampagne ,Ich bremse auch für Murmeltiere’ hat viele wachgerüttelt“, sagt Martina. „Endlich wird über Raserei und Lärm im Hochgebirge gesprochen – und über Rücksichtnahme.“
Tatsächlich hat die Aktion von „Krone“-Tierecke mit Maggie Entenfellner sowie Diana Zwickl und „Bergkrone“ heuer ein starkes Zeichen gesetzt.
Unzählige Autofahrer, Motorradfahrer und Berg- und Naturliebhaber bekannten Farbe – mit dem kleinen, aber aussagekräftigen „Krone“-Pickerl „Ich bremse auch für Murmeltiere“, das mittlerweile auf vielen Fahrzeugen in ganz Österreich und darüber hinaus klebt.
Selbst auf den Fahrzeugen der Grohag – und auf „Ander“, der legendären, blauen Schneefräse der Hochalpenstraße – prangt das Symbol der Achtsamkeit. Ein deutscher Porsche-Club appellierte außerdem an seine Mitglieder, im Hochgebirge den Fuß vom Gas zu nehmen, um das Image der Sportwagenfahrer nicht weiter zu schädigen. Genießen statt rasen eben.
Ein Denkmal mit Verantwortung
Unterstützung kam auch von der Großglockner Hochalpenstraße: Alleinvorstand Johannes Hörl ließ zusätzliche Murmeltier-Warntafeln aufstellen und einen Info-Folder mit „Krone“-Aufkleber an Besucher verteilen. „Diese Kampagne passt zu unserem Verständnis von nachhaltigem Tourismus“, betont Hörl. Die Großglocknerstraße feierte nämlich heuer nicht nur ihr 90-jähriges Jubiläum, sondern gilt seit zehn Jahren auch als größtes Denkmal der Republik Österreich – und als hochsensibler Lebensraum für die Natur und deren Wildtiere.
Auch der Nationalpark Hohe Tauern stand hinter der Aktion. Doch nicht alle zogen mit. Einige Einheimische, die selbst von den „Murmeltier-Selfies“ der Touristen profitieren, hielten sich zurück. „Schade“, meint Martina. „Gerade sie könnten mithelfen, das Bewusstsein für Achtsamkeit weiterzutragen.“
Trotz aller Erfolge gab es aber auch heuer wieder traurige Verluste: Sechs Murmeltiere wurden allein im neuralgischen Straßenabschnitt zwischen dem Glocknerhaus und der Kaiser-Franz-Josefs-Höhe überfahren.
Martina Gebert nimmt das persönlich – und bleibt trotzdem optimistisch. Die ehrenamtliche Tierschützerin, die von der „Krone“ bereits mit dem Herzensmensch-Award ausgezeichnet wurde, sagt zum Abschied: „Nächstes Jahr komme ich wieder. Gemeinsam mit der ,Krone’ werden wir weiter für Rücksicht, Achtsamkeit und das Leben im Hochgebirge kämpfen.“
Und während die Sonne über den mächtigen Dreitausendern und Gletschern des Nationalparks Hohe Tauern untergeht, ist klar: Die „Krone“-Kampagne hat mehr bewegt als nur die Gemüter – sie hat das Bewusstsein verändert.
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