Mehr Selbstbestimmung

Deutschland: So viele änderten ihr Geschlecht

Deutschland
29.10.2025 19:22
Porträt von krone.at
Von krone.at

Seit einem Jahr gilt in Deutschland nun schon das Selbstbestimmungsgesetz. Seitdem haben tausende Menschen ihr Geschlecht ändern lassen. In zwei Städten war die Zahl der Änderungen besonders hoch.

Was in Österreich immer noch ein aufwendiger Prozess ist, geht in Deutschland seit einem Jahr um einiges einfacher: Am 1. November ist im vergangenen Jahr das Selbstbestimmungsgesetz in Deutschland in Kraft getreten. Das Gesetz vereinfacht die Änderung des eigenen Geschlechts enorm: Anstatt, wie in Österreich, ein ärztliches Gutachten vorzulegen, reicht es in Deutschland seit einem Jahr, den Geschlechtseintrag im Pass einfach beim Standesamt ändern zu lassen.

Über 22.000 Geschlechts-Änderungen
Seit der Einführung des Gesetzes habe insgesamt mehr als 22.000 Menschen ihren Geschlechtseintrag im Geburtenregister ändern lassen. Das geht aus einer Auswertung teils vorläufiger Daten der Monate November 2024 bis Juli 2025 durch das Statistische Bundesamt hervor.

Besonders viele Änderungen im November
Kurz nach der Einführung des Gesetzes war der Andrang besonders groß: Gleich im November 2024 nutzten 7057 Personen die Möglichkeit, ihr Geschlecht zu ändern. Erlaubt sind dabei die Ausprägungen männlich, weiblich, divers und ohne Angabe. Auffallend viele Anpassungen gab es in Leipzig und Berlin, mit 922 und rund 2500 Menschen, die von dem Gesetz Gebrauch gemacht haben.

Änderungen jetzt viel einfacher
Seit dem Instandtreten des Selbstbestimmungsgesetzes können Menschen in unserem Nachbarland relativ einfach über eine Erklärung beim Standesamt ihren Geschlechtseintrag und ihren Vornamen ändern lassen. Anmelden müssen sie dies drei Monate im Voraus. Mit dem zuvor geltenden umstrittenen Transsexuellengesetz war für Betroffene über 40 Jahre lang eine langwierige und kostspielige Prozedur mit Gutachten und Gerichtsbeschlüssen verbunden. Zum Vergleich: In Österreich braucht man ein Gutachten von einem Facharzt, klinischen Psychologen oder Psychotherapeuten, um das Geschlecht zu ändern.

Kritiker sind skeptisch
Die neuen Regeln sind allerdings umstritten. Kritiker führen unter anderem den Fall des Rechtsextremisten Sven Liebich als Beleg für die Missbrauchsanfälligkeit an. 

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