Nur kurze Atempause
Fragiler Waffenstillstand in der Ukraine
Nach der Verkündung des Waffenstillstands am Mittwoch verlautbarte der ukrainische Präsident auf seiner Website, dass am Donnerstag Verhandlungen aufgenommen würden, um das Blutvergießen zu beenden. Unklar ist aber, ob sich radikale Gruppen an den Waffenstillstand halten. Die Opposition um Vitali Klitschko und Arseni Jazenjuk hat nach Ansicht von Beobachtern keine volle Kontrolle über diese Kräfte.
Obama begrüßt Waffenruhe
US-Präsident Barack Obama begrüßte die Waffenruhe. "Wenn sie umgesetzt wird, wäre das ein begrüßenswerter Schritt nach vorne", sagte er am Mittwoch am Rande des Nordamerika-Gipfels im mexikanischen Toluca. Sowohl die USA als auch Kanada würden die Lage genau beobachten, um sicherzustellen, "dass den Worten auch Taten folgen", erklärte Obama nach einem Gespräch mit dem kanadischen Premierminister Stephen Harper.
Zuvor hatte er die Gewalt in der Ukraine scharf verurteilt und im Fall einer weiteren Eskalation mit Schritten der internationalen Gemeinschaft gedroht. "Es wird Konsequenzen haben, wenn Leute eine Linie überschreiten", sagte Obama.
Die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel telefonierte angesichts der Eskalation der Gewalt am Mittwochabend mit Russlands Staatschef Wladimir Putin. Sie habe mit Putin dabei verabredet, "alles zu tun, damit die Gewalt nicht weiter eskalieren kann", sagte Merkel.
EU bei Sanktionen noch uneins
Die EU-Außenminister wollen am Donnerstag Sanktionen gegen die ukrainische Regierung beschließen. Die Außenminister Deutschlands, Polens und Frankreichs werden zudem nach Kiew reisen. Die detaillierte Liste der EU-Sanktionen gegen die ukrainische Führung muss möglicherweise von den EU-Außenministern höchstpersönlich zusammengestellt werden, hieß es. Die Botschafter der 28 EU-Regierungen einigten sich bei Gesprächen am Mittwochabend noch nicht auf Einzelheiten der Sanktionen, wie EU-Diplomaten in Brüssel mitteilten.
Angesichts der sich überstürzenden Ereignisse und der großen Eile bei der Beschlussvorbereitung hätten nicht alle Botschafter eindeutige Weisungen von ihren Regierungen erhalten. Zudem habe aber auch die Diskussion um die Frage, wie aggressiv die "restriktiven Maßnahmen" der EU sein und wen sie treffen sollten, noch nicht abgeschlossen werden können.
Trauertag für Todesopfer
Janukowitsch hat den Donnerstag zum landesweiten Tag der Trauer für die Opfer der Straßenschlachten in Kiew erklärt. Zum Gedenken an die Toten sollen an allen staatlichen Gebäuden in der Ex-Sowjetrepublik die Fahnen auf halbmast gesenkt werden, ordnete Janukowitsch am Mittwoch an. Zudem sollten Konzerte und Sportveranstaltungen abgesagt werden.
Die Ereignisse vom Mittwoch im Überblick:
- 22.38 Uhr: Die detaillierte Liste der EU-Sanktionen gegen die ukrainische Führung muss möglicherweise von den EU-Außenministern am Donnerstag höchstpersönlich zusammengestellt werden, hieß es. Die Botschafter der 28 EU-Regierungen einigten sich bei Gesprächen am Mittwochabend noch nicht auf Einzelheiten der Sanktionen, wie EU-Diplomaten in Brüssel mitteilten.
- 22.12 Uhr: Die Regierung in Kiew hat sich mit der Opposition auf einen Waffenstillstand geeinigt. Es würden nun Verhandlungen aufgenommen, um das Blutvergießen zu beenden, hieß es auf der Webseite des Präsidenten. Oppositionspolitiker Arseni Jazenjuk erklärt: "Heute Nacht wird der Maidan nicht gestürmt." Ein angeblich geplanter Sturm von Polizeikräften auf den zentralen Platz in Kiew sei demnach abgesagt.
- 22.05 Uhr: Laut ORF-Korrespondenten Christian Wehrschütz ist die Lage am Maidan-Platz in Kiew derzeit zwar angespannt, aber ruhig.
- 22.03 Uhr: Die Schweizer OSZE-Präsidentschaft hat die ukrainische Führung aufgerufen, alles zu tun, um die Lage im Land zu deeskalieren. Sie schlug am Mittwochabend ein Vermittlungstandem vor, bestehend aus einem neutralen internationalen "Fazilitator" und einer angesehenen ukrainischen Persönlichkeit. "Es ist höchste Zeit für alle Betroffenen, alles Mögliche zu tun, um die aktuelle Lage von der Gewalt weg zu einer politischen Lösung zu führen", wird der Schweizer Außenminister, Bundespräsident und amtierende OSZE-Vorsitzende Didier Burkhalter zitiert. Die OSZE prüfe zurzeit alle Optionen, um diese Entwicklungen in eine friedliche Richtung zu lenken.
- 21.55 Uhr: Die ukrainische Skiläuferin Bogdana Matsotska und ihr Trainer Oleg Matsotskyy solidarisieren sich auf Facebook mit den Menschen auf dem Maidan-Platz und gehen auf Distanz zum "Banditen-Präsidenten" Janukowitsch. Matsotska sagt aus Protest alle Olympia-Auftritte ab, berichtet ARD-Korrespondentin Ina Ruck.
- 21.39 Uhr: Das Treffen von Janukowitsch und mehreren Oppositionsführern ist offenbar schon wieder zu Ende. Nach Angaben von Klitschkos Sprecherin treffen sich die Oppositionellen nun mit Kabinettsmitgliedern, um über eine Lösung der Krise zu sprechen.
- 21.37 Uhr: Nach der Eskalation der Gewalt in der Ukraine wollen die EU-Außenminister am Donnerstag Sanktionen gegen die politische Führung in Kiew beschließen. Die 28 EU-Staaten werden nach Angaben von Diplomaten Einreiseverbote gegen eine Reihe von Politikern verhängen. Zugleich wollen sie die in der EU befindlichen Bankkonten dieser Personen einfrieren.
- 21.22 Uhr: Die inhaftierte ukrainische Ex-Ministerpräsidentin Julia Timoschenko schickt den Demonstranten am Maidan-Platz eine Nachricht. "Wir können nicht aufgeben. Die Diktatur muss zerstört werden", zitiert "Bild.de" aus ihrem Statement. "Liebe Ukrainer, es ist schwierig zu verstehen, dass der Präsident seine eigenen Leute umbringt. Aber er wird dafür bezahlen."
- 21.06 Uhr: Am Abend hat sich Janukowitsch überraschend erneut mit Oppositionsführern getroffen, berichtet die ARD-"tagesschau" auf ihrer Internetseite. Auch Klitschko nehme an dem eilig anberaumten Gespräch teil, heißt es.
- 21.00 Uhr: Der Strom wurde den Menschen auf dem Maidan-Platz abgedreht - die Bühne und die Lautsprecher werden mit Generatoren betrieben, berichtet ARD-Korrespondentin Golineh Atai. Die ukrainische Regierung verschärft ihre Rhetorik. Statt von "Demonstranten" spricht sie mittlerweile von "Terroristen".
- 20.30 Uhr: US-Präsident Barack Obama hat der Ukraine Konsequenzen angedroht, sollten die Menschen "die Linie überschreiten", berichtet die Nachrichtenagentur AP. Unter anderem sei damit das Militär gemeint, sollte es in Situationen eingreifen, zu deren Lösung eigentlich Zivilisten verantwortlich seien. Die USA verurteilen die Gewalt in der Ukraine "aufs Schärfste", so Obama, der zugleich die Regierung in Kiew in die Verantwortung nahm. Diese habe "in erster Linie" für den friedlichen Umgang mit den Demonstranten zu sorgen.
- 19.55 Uhr: Die deutsche Kanzlerin Angela Merkel hat mit Russlands Staatschef Wladimir Putin über die Lage in der Ukraine gesprochen. In einem Telefonat habe sie mit ihm verabredet "weiter alles zu tun, damit die Gewalt nicht weiter eskalieren kann", sagte Merkel laut einem Bericht der Nachrichtenagentur Reuters am Rande eines Besuchs beim französischen Premier Francois Hollande in Paris. Mit Blick auf die weitere Entwicklung in der Ukraine habe sie mit Putin, der weiterhin hinter der Regierung in Kiew steht, zudem vereinbart, den Kontakt "sehr eng" zu halten.
- 19.45 Uhr: Die USA wollen sich beim Verhängen von Sanktionen gegen die Ukraine mit der Europäischen Union abstimmen. Das sagte Ben Rhodes, stellvertretender Sicherheitsberater von US-Präsident Barack Obama, an Bord der Air Force One. Die Verantwortlichen der Gewalt in Kiew müssten zur Rechenschaft gezogen und zu besserem Verhalten gedrängt werden. "Dafür haben wir einen Werkzeugkoffer, der auch Sanktionen umfasst", so Rhodes.
- 19.35 Uhr: Präsident Janukowitsch hat offenbar den Chef des ukrainischen Militärs ausgetauscht, meldet die Nachrichtenagentur AP. In einer kurzen Erklärung teilte er mit, er habe Wolodimir Samana durch Juri Iliin ersetzt. Eine Begründung wurde nicht angegeben. Bei dem blutigen Einsatz gegen die Proteste in der Nacht auf Mittwoch mit 26 Toten waren keine Soldaten im Einsatz gewesen. Allerdings könnte die Armee an dem "Antiterroreinsatz" beteiligt werden, der für Mittwochabend angekündigt wurde. Auf Twitter waren in den letzten Stunden Bildern von Panzerfahrzeugen veröffentlicht worden, die sich auf dem Weg nach Kiew befinden sollen.
- 19.24 Uhr: LautUS-Medien wird US-Präsident Barack Obama in Kürze ein Statement zur Situation in der Ukraine abgeben.
- 19.21 Uhr: "Bild"-Reporter Paul Ronzheimer twittert ein Bild vom Maidan. Darauf ist eine Frau bei der Herstellung von Brandbomben zu sehen: "Wir müssen uns verteidigen, Janukowitsch lässt uns keine Wahl".
- 19.19 Uhr: Nach dem Verlust ihres Hauptquartiers im Gewerkschaftshaus haben Regierungsgegner in Kiew andere Gebäude besetzt. Aktivisten stürmten örtlichen Medien zufolge das gegenüberliegende Hauptpostamt, das Haus des Rundfunk- und Fernsehkomitees sowie das Agrarministerium. Das Gewerkschaftshaus war durch ein Großfeuer verwüstet worden.
- 18.24 Uhr: Die Regierungsgegner sammeln zum Beweis der Gewalt gegen die Demonstranten in Kiew Munition, wie auf Bildern zu sehen ist.
- 18.00 Uhr: Eine Aufnahme, die ebenfalls auf Twitter die Runde macht, zeigt einen erst 14 (!) Jahre alten Teilnehmer der Proteste gegen die Regierung in Kiew. In voller Montur geht er zielstrebig an brennenden Autowracks vorbei.
- 17.54 Uhr: Die Regionalverwaltung von Lemberg hat in einem Statement seine Unabhängigkeit vom Janukowitsch-Regime erklärt. Man übernehme ab sofort die volle Verantwortung für "die Region und seine Bürger" heißt es darin. Die Region rund um die gleichnamige Stadt an der Grenze zu Polen gilt als Hochburg der Opposition. Bilder zeigen Demonstranten bei der Erstürmung von Regierungsgebäuden in der Stadt.
- 17.49 Uhr: Auf Twitter tauchen mittlerweile immer mehr Bilder von getöteten Aktivisten auf. Eine Aufnahme zeigt mehrere Leichen mit dem Vorwurf, das "Regime von Diktator Janukowitsch" habe diese "friedlichen Demonstranten" auf dem Gewissen.
- 17.43 Uhr: Auf YouTube ist ein besonders brutales Video aufgetaucht. Darin sind Schüsse - offenbar von Beamten mit Maschinengewehren abgegeben - auf Demonstranten in Chmelnyzkyj zu sehen. Eine Frau wird dabei von einer Kugel am Kopf getroffen und bleibt leblos am Boden liegen, wie auch ein Foto dokumentiert. Unbestätigten Angaben zufolge hat das Opfer überlebt, schwebt aber in Lebensgefahr.
- 16.54 Uhr: Langsam wird es wieder dunkel in der Ukraine und 18 Uhr rückt (17 Uhr MEZ) rückt näher. Laut Oppositionsangaben soll dann die Räumung des Maidan beginnen.
- 16.47 Uhr: Trotz der tödlichen Ausschreitungen in ihrem Land werden die Spiele der drei ukrainischen Fußball-Vereine in der Europa League am Donnerstag stattfinden. Die Partien von Dnjepr Dnjepropetrowsk gegen Tottenham Hotspur sowie zwischen Tschernomorez Odessa und Olympique Lyon werden wie geplant angepfiffen, hat die UEFA bekannt gegeben. "Wegen der Sicherheitssituation in der ukrainischen Hauptstadt" hat die Europäische UEFA allerdings entschieden, das Duell zwischen Dynamo Kiew und Valencia ausnahmsweise auf Zypern stattfinden zu lassen.
- 16.41 Uhr: Die EU-Staaten haben sich offenbar bereits vor der außerordentlichen EU-Ministerratssitzung am Donnerstag auf Sanktionen gegen das Regime in Kiew geeinigt. Der stellvertretende polnische Außenminister Pjotr Serafin meinte, Ministerpräsident Donald Tusk habe in Telefonaten mit anderen EU-Staats- und Regierungschefs volle Zustimmung für Strafmaßnahmen erhalten.
- 16.39 Uhr: Die Sicherheitskräfte der Regierung haben mittlerweile rund ein Drittel des Maidan unter Kontrolle. Die Regierungsgegner wehren sich aber nach wie vor mit aller Kraft gegen die heranrückende Polizei, die nun bereits im Rahmen einer "Antiterroraktion" agiert.
- 16.26 Uhr: Auch Österreich unterstützt die Sanktionspläne der EU. Außenminister Sebastian Kurz ist für "zielgerichtete Sanktionen gegen jene, die für die Gewalteskalation verantwortlich sind". Diese Position ist laut Kurz auch mit Bundeskanzler Werner Faymann abgesprochen.
- 16.00 Uhr: Der friedliche Protest gegen das Regime in Kiew vor dem Nationalrat in Wien, an dem rund 130 Aktivisten teilnahmen, ist vor Kurzem zu Ende gegangen. "Es ist wie Krieg, Frauen werden von hinten in den Rücken geschossen", schilderte Anna Iarotska vom Verein Demokratische Ukraine die Geschehnisse in ihrem Heimatland.
- 15.51 Uhr: Nun rücken Polizeieinheiten wieder auf dem Maidan vor. Der ukrainische Geheimdienst SBU hat eine "Antiterroraktion" im ganzen Land gestartet. "Radikale und extremistische Gruppierungen stellen mit ihren Handlungen eine reale Gefahr für das Leben von Millionen Ukrainern dar", teilt der SBU mit. Mit Waffengewalt, Brandstiftung, Entführungen und Mord versuchten die "Extremisten" nun, ihre Ziele durchzusetzen. "Das sind konkrete Terrorakte", erklärt der Geheimdienst. Organisationen, die als terroristisch eingestuft werden, dürfen laut Gesetz "liquidiert" werden.
- 15.32 Uhr: Finanzstaatssekretärin Sonja Steßl spricht sich für eine Sperrung von Oligarchen-Bankkonten in Österreich aus. "Das wäre ein politisches Signal, um die ukrainische Demokratiebewegung zu unterstützen", heißt es in einer schriftlichen Stellungnahme. "Ich bin für eine Sperre der österreichischen Bankkonten all jener Oligarchen, die nachgewiesenermaßen jene Kräfte in der Ukraine unterstützen, die für die Eskalation der Gewalt verantwortlich sind", so Steßl. Die Sperre solle aber "jedenfalls" im europäischen Gleichklang erfolgen.
- 15.05 Uhr: Deutschlands Bundeskanzlerin Angela Merkel und der französische Präsident Francois Hollande begrüßen Van Rompuys Ankündigung. Sie sprechen sich unisono für Sanktionen gegen das Regime in Kiew aus.
- 14.50 Uhr: EU-Ratspräsident Herman Van Rompuy hat bestätigt, dass die EU-Außenminister bei einem Sondertreffen am Donnerstag "finanzielle Sanktionen und Visabeschränkungen" gegen die politische Führung der Ukraine beschließen werden. Die EU werde "auf die Verschlechterung der Lage an Ort und Stelle mit gezielten Maßnahmen reagieren", teilte Van Rompuy mit. Zugleich bekräftigte er die Bereitschaft der Europäischen Union zu weiterer Hilfe für die Ukraine.
- 14.48 Uhr: IOC-Präsident Thomas Bach hat den ukrainischen Olympia-Teilnehmern seine Anteilnahme bekundet. "Mein Beileid gilt denen, die geliebte Menschen bei diesen tragischen Ereignissen verloren haben. Unsere Gedanken und unser Mitgefühl sind beim ukrainischen Team, das eine schwere Zeit erlebt", ließ Bach mitteilen. Das Tragen von schwarzen Armbinden, um der Todesopfer der Krawalle in ihrer Heimat zu gedenken, wird den Sportlern jedoch untersagt.
- 14.37 Usehens besetzt.
- 14.35 Uhr: Den drei ukrainischen Fußballvereinen in der Europa League droht wegen der tödlichen Ausschreitungen in ihrem Land die Absage ihrer Heimspiele. Davon betroffen wären die Partie Dynamo Kiew gegen Valencia, das Spiel von Dnjepr Dnjepropetrowsk gegen Tottenham Hotspur sowie die Begegnung zwischen Tschernomorez Odessa gegen Olympique Lion. Alle drei Spiele sind für Donnerstagabend angesetzt.
- 14.24 Uhr: Laut dem "Bild"-Reporter Paul Ronzheimer bereiten sich die Regierungsgegner auf dem Maidan auf eine weitere gewaltsame Nacht vor und brechen Pflastersteine aus dem Boden heraus. Stellenweise sieht man vollkommen pflastersteinlose Straßen.
- 14.10 Uhr: Laut Angaben der Opposition über Twitter ist ein erneuter konzentrierter Polizeieinsatz auf dem Maidan für 18 Uhr (17 Uhr MEZ) geplant.
- 13.43 Uhr: Nun auch ein Wort von Papst Franziskus: "Mit Besorgnis verfolge ich, was in diesen Tagen in Kiew passiert", sagt das Kirchenoberhaupt bei der wöchentlichen Generalaudienz in Rom. "Ich versichere dem ukrainischen Volk meine Nähe und ich bete für die Opfer der Gewalt, für ihre Familien und die Verletzten." Franziskus appelliert an alle Konfliktparteien in der Ukraine, "jede gewaltsame Aktion zu beenden sowie Einigkeit und Frieden für das Land zu suchen".
- 13.38 Uhr: Die EU hat einen Sonderbeauftragten für die Krise in der Ukraine ernannt: Der polnische Außenminister Radoslaw Sikorski soll im Konflikt vermitteln und "demnächst" nach Kiew reisen, wie er selbst über Twitter mitteilt.
- 13.37 Uhr: Die Europäische Investitionsbank legt ihre Projekte in der Ukraine auf Eis. "Wir haben unsere Aktivitäten gestoppt, weil es nötig ist, abzuwarten, wie die wirtschaftliche und politische Entwicklung verläuft", teilt Bankchef Werner Hoyer mit. "Die EU-Bank ist Teil der europäischen Stimme."
- 13.28 Uhr: Janukowitsch hat den Donnerstag zum landesweiten Tag der Trauer für die Opfer der Straßenschlachten ausgerufen. Zum Gedenken an die Toten sollen die Fahnen an allen staatlichen Gebäuden auf halbmast gesenkt werden, ordnete er an. Konzerte und Sportveranstaltungen sollen abgesagt werden.
- 13.10 Uhr: Die ukrainische Regierung fordert die internationale Gemeinschaft zu "maximaler Objektivität" bei der Einschätzung der schweren Krise im Land auf. Die "Partner" sollten ihr Urteil allein auf Basis "verlässlicher und bewiesener Fakten" fällen, fordert das Außenministerium in Kiew. Die Opposition habe nämlich die Demonstranten zum bewaffneten Kampf aufgerufen.
- 12.44 Uhr: Ukrainische Regierungsgegner kündigen für 14 Uhr eine Demonstration vor dem Parlament in Wien an.
- 12.21 Uhr: "Rasche europäische Sanktionen" gegen die Führung in Kiew fordert nun auch Frankreichs Präsident Francois Hollande. Er verurteilt die Polizeigewalt als "inakzeptabel" und erhofft sich die Verabschiedung von Strafmaßnahmen auf dem Sondertreffen der EU-Außenminister am Donnerstag.
- 12.03 Uhr: Hannes Swoboda, der Vorsitzende der Sozialdemokraten im EU-Parlament, verlangt unumwunden den Rücktritt von Janukowitsch. "Kein Staatsoberhaupt, das so viel Blut an den Händen hat, kann im Amt bleiben."
- 11.46 Uhr: Entgegen seinen Wortmeldungen unmittelbar nach dem ergebnislosen Treffen in der Nacht kündigt Oppositionsführer Klitschko nun an, doch an einem weiteren Gespräch mit Janukowitsch teilzunehmen. Bedingung: "Es muss einen Waffenstillstand für Verhandlungen geben." Auch Russlands Präsident Wladimir Putin meldet sich zu Wort. Er sagt, "Extremisten" seien für die tödlichen Straßenschlachten verantwortlich. Die gewaltsamen Vorgänge seien ein "versuchter Staatsstreich", dennoch wolle Moskau an seiner "Linie der Nicht-Einmischung festhalten".
- 11.28 Uhr: Janukowitsch macht Ernst und schickt das Militär. Soldaten seien zur Bewachung von Waffendepots nach Kiew beordert worden, heißt es in Agenturmeldungen. Die etwa 500 Mann gehören einer Brigade der Luftlandetruppen an und werden aus der östlichen Metropole Dnjepropetrowsk in die Hauptstadt verlegt, sagt Verteidigungsminister Pawel Lebedew.
- 11.23 Uhr: Für Donnerstag ist eine Sondersitzung der EU-Außenminister zur Lage in der Ukraine einberufen worden.
- 11.21 Uhr: EU-Kommissionspräsident Jose Manuel Barroso erwartet Sanktionen der Union gegen das Regime des ukrainischen Präsidenten Janukowitsch. "Wir haben deutlich gemacht, dass die EU auf jede Verschlechterung der Lage reagieren wird", so Barroso in einer Mitteilung. In Brüssel herrsche "Schock und Entsetzen" über die Gewalt in Kiew.
- 11.16 Uhr: Die "Kiew Post" berichtet von einem weiteren getöteten Polizisten. Das ukrainische Innenministerium habe den Tod des Beamten bestätigt, so die Zeitung. Damit steigt die Opferzahl auf 26.
- 11.15 Uhr: Die offizielle Sprachregelung der EU: Es werden "alle Optionen der Antwort" auf die Lage in der Ukraine geprüft, so die Außenbeauftragte Catherine Ashton. Dazu gehören auch "restriktive Maßnahmen gegen die Verantwortlichen für Unterdrückung und Menschenrechtsverletzungen", anders ausgedrückt: Sanktionen gegen die politische Führung.
- 11.08 Uhr: Der ukrainische Geheimdienst hat offenbar Ermittlungen gegen Vertreter der Oppositionsbewegung eingeleitet. Der Verdacht laute auf "versuchten Staatsstreich", melden Nachrichtenagenturen.
- 11.04 Uhr: Österreichs Außenminister Sebastian Kurz fordert eine Sondersitzung mit seinen EU-Amtskollegen. Sie solle "möglichst rasch" stattfinden und zu einer gemeinsamen Position gegenüber den Vorgängen in der Ukraine führen.
- 10.50 Uhr: Der französische Außenminister Laurent Fabius spricht davon, dass es "wahrscheinlich" EU-Sanktionen gegen das Regime von Präsident Janukowitsch geben werde.
- 10.44 Uhr: Die Solidarität vieler Kiewer mit den Demonstranten im Stadtzentrum ist ungebrochen. Anrainer bringen den Menschen, die seit Dienstagnachmittag auf dem Maidan ausharren, Lebensmittel vorbei, berichtet der "Bild"-Reporter Paul Ronzheimer.
- 10.38 Uhr: Laut dem slowenischen Ukraine-Experten im Europaparlament Klemen Zumer hat das Regime von Präsident Janukowitsch paramilitärische Einheiten ins Zentrum von Kiew beordert. 500 Mann in voller Ausrüstung sollen die Proteste beenden. Janukowitsch wolle "nicht ausschließen, dass die Armee eingreift", so Zumer auf Twitter.
- 9.52 Uhr: Die Regierungsgegner rüsten sich für neue Zusammenstöße mit den Sicherheitskräften. "Bringt alles zu den Barrikaden, das brennt, und alles, das sie verstärkt", rufen Redner von der Bühne am Maidan. Weiterhin harren Tausende Menschen auf dem Platz aus.
- 9.40 Uhr: Die Kirchen in der Ukraine rufen zu einem sofortigen Ende der "brudermörderischen Gewalt" auf. Patriarch Filaret, das Oberhaupt der orthodoxen Landeskirche, verurteilt in einer Aussendung das gewaltsame Vorgehen der Sicherheitskräfte, insbesondere in der Hauptstadt Kiew. Hauptverantwortlich sei Präsident Janukowitsch. Am Vorabend hatte der griechisch-katholische Erzbischof von Kiew angeordnet, wegen der "Gefahr des Brudermordes" alle Kirchenglocken läuten zu lassen.
- 8.53 Uhr: Die ukrainische Polizei habe im Zuge der blutigen Kämpfe keine scharfe Munition sondern lediglich Gummigeschoße eingesetzt, berichtet die ARD-Korrespondentin Golineh Atai. Die erschossenen Demonstranten seien wohl von anderen Protestteilnehmern getötet worden, so das Innenministerium in Kiew.
- 8.44 Uhr: Die großräumigen Absperrungen, die Präsident Janukowitsch am Vorabend rund um Kiew aufziehen ließ, werden zunehmend brüchig. Besonders aus den westlichen Landesteilen strömen immer mehr Menschen in die ukrainische Hauptstadt, um sich an den Protesten zu beteilightenagentur Ruptly berichtet, dass der Zugverkehr vom westukrainischen Lemberg in Richtung der Hauptstadt Kiew sowie der Großstadt Iwano-Frankiwsk unterbrochen ist. Grund sollen Bombenwarnungen sein.
- 8.14 Uhr: Im Michailowski-Kloster in Kiew sollen weitere Leichen aufgebahrt sein, lautet das neueste Gerücht, das in der Protestbewegung die Runde macht. Eine Bestätigung dafür gibt es nicht. Die Behörden revidieren die Zahl der Verletzten massiv nach oben: Nun heißt es, bis zu 1.000 Menschen seien bei den Zusammenstößen verletzt worden.
- 8.07 Uhr: Laut BBC hat sich Präsident Janukowitsch vor Kurzem an die Demonstranten gewandt: "Es ist noch nicht zu spät, die Proteste zu beenden", soll er ihnen ausgerichtet haben. Wer für den Tod des "Westi"-Journalisten verantwortlich ist, ist unklar. Die Rede ist von maskierten Unbekannten.
- 7.59 Uhr: Für 11 Uhr ist ein weiteres Treffen von Janukowitsch mit einigen Oppositionsführern angesetzt. Die nächtliche Zusammenkunft des umstrittenen Präsidenten mit Vertretern der Protestbewegung, unter anderem Vitali Klitschko, hatte kein Ergebnis gebracht, sondern die Fronten weiter verhärtet. Klitschko verweigert sich vorerst einem neuerlichen Treffen: "Welche Verhandlungen kann es geben, wenn Blut vergossen wird?", fragt er.
- 7.48 Uhr: Auf den Livebildern vom Maidan sind mittlerweile wieder deutlich mehr Menschen zu sehen als am frühen Morgen. Viele Kiewer lassen sich offenbar von der Gewalt nicht einschüchtern und folgen weiterhin den Protestaufrufen der Opposition.
- 7.44 Uhr: Die gefürchtete Polizei-Spezialeinheit "Berkut" soll mittlerweile etwa die Hälfte des umkämpften Maidan-Platzes in Kiew unter ihre Kontrolle gebracht haben, berichtet die Nachrichtenagentur Reuters.
- 7.35 Uhr: Das ukrainische Gesundheitsministerium hat laut der Nachrichtenagentur AFP die Zahl der Todesopfer auf 25 nach oben korrigiert. Davor war in offiziellen Darstellungen von 18 Toten die Rede gewesen.
- 7.31 Uhr: Die Journalistin Iren Broh berichtet, dass eine Gruppe von Demonstranten die am Abend errichteten Sperren rund um Kiew, mit denen die Polizei die ukrainische Hauptstadt weiträumig abriegelt, von außen durchbrechen konnte. Zwei Busse mit Demonstranten aus dem westukrainischen Lemberg kommen durch, die Insassen werden bejubelt. Ein Ende der Eskalation ist nicht abzusehen.
- 7.22 Uhr: Laut mehreren Augenzeugen hat die Feuerwehr die größten Brandherde am Kiewer Maidan-Platz mittlerweile unter Kontrolle gebracht. Auf den Livebildern vom Zentrum der Proteste sind allerdings weiterhin brennende Barrikaden zu sehen.
- 7.13 Uhr: Die Opposition ruft die Bevölkerung angesichts der enormen Zahl von mehr als 500 Verletzten zu Blutspenden auf. Wie viele Todesopfer die Zusammenstöße bisher gefordert haben, ist unklar. Die offizielle Darstellung lautet weiterhin 18 Tote, Vertreter der Protestbewegung sprechen von mindestens 22 ums Leben Gekommenen.
- 7.09 Uhr: Laut Aktivisten wurde ein Journalist der Zeitung "Westi", die der Ex-Premierministerin Julia Timoschenko nahesteht, durch einen Bauchschuss getötet.
- 7.01 Uhr: Immer noch harren zahllose Demonstranten am Maidan im Kiewer Stadtzentrum aus, der mittlerweile einem Schlachtfeld gleicht. Auf der Bühne werden weiterhin Reden gehalten. "Get up! Get up!", erschallt der Weckruf einiger Aktivisten über die Lautsprecher. In der Ukraine ist es kurz nach 8 Uhr.
- 6.50 Uhr: Ein Gerücht macht die Runde und versetzt viele Demonstranten und ihre Unterstützer in Angst: "Berkut", die gefürchtete Sondereinheit der Polizei, soll von zwei Straßen aus anrücken, um die Protestbewegung am Kiewer Maidan endgültig niederzuschlagen.
- 6.45 Uhr: Nicht nur die Schulen und Kindergärten im Zentrum der ukrainischen Hauptstadt bleiben geschlossen, auch die U-Bahn soll den ganzen Tag lang außer Betrieb bleiben.
- 6.42 Uhr: Laut Augenzeugen hat sich die Feuerwehr aus dem brennenden Gewerkschaftsgebäude am Maidan zurückgezogen. Die Einsatzkräfte befürchten, dass das Haus einstürzen könnte.
- 6.36 Uhr: Die internationale Solidaritätswelle mit der Protestbewegung in der Ukraine reißt in den sozialen Netzwerken nicht ab. Auf Twitter fordern immer mehr Menschen einen Boykott der Olympischen Spiele in Sotschi.
- 6.32 Uhr: Mittlerweile ist es taghell am Kiewer Maidan-Platz, dem Zentrum des Aufstands. Die dichten Rauchwolken haben sich auch knapp zwölf Stunden nach Beginn der Eskalation nicht verzogen, die Situation bleibt undurchsichtig.
- 5.35 Uhr: Präsident Viktor Janukowitsch sagt der Opposition in seiner vor Kurzem veröffentlichten Stellungnahme den Kampf an. Seine Gegner hätten "eine Grenze überschritten", indem sie im Machtkampf auf den Druck der Straße setzten und "die Leute zu den Waffen rufen". Die "Schuldigen" für die Gewalt würden vor Gericht gestellt werden. "Die Oppositionsführer haben das Prinzip der Demokratie verletzt, wonach man die Macht durch Wahlen erhält und nicht durch die Straße", so Janukowitsch weiter. Ein Treffen mit Klitschko war zuvor ergebnislos verlaufen.






















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