Wien: Direktorin Agnes Husslein-Arco verabschiedet sich mit der Schau „Die Linie“ von der Heidi Horten Collection, die von ihr 2022 gegründet und erfolgreich geführt wurde.
Abschiednehmen fällt ihr schwer: Unter Tränen und mit verhaltenem Schluchzen sagte Dr. Agnes Husslein-Arco ihrem in Scharen gekommenen Publikum Adieu. Im Auftrag der Sammlerin Heidi Horten hat sie das Privatmuseum „Heidi Horten Collection“ in der Hanuschgasse aufgebaut und seit seiner Eröffnung 2022 mit Erfolg geleitet. Das finale Geschenk der Boeckl-Enkelin und einstigen Vizepräsidentin des Kärntner Kunstvereins, die Ausstellung „Die Linie“, erscheint nur auf den ersten Blick fast banal.
Beschäftigt man sich aber mit der Bedeutung der Linie für die Kunst, analysiert man ihr Verhältnis zu Punkt und Fläche, wie das Wassily Kandinsky in der berühmten Schrift von 1926 getan hat, entdeckt man das komplexe Gestaltungselement Linie.
Was eine Linie alles erleben kann
Was also kann sie? Paul Klee spricht poetisch von „einer eindrucksvollen kleinen Reise“ der Linie über das Zeichenblatt. Davon und von einem Leitsatz der griechischen Philosophie („Kein Tag ohne Linie“) geht das Konzept aus: Viel erlebt die Linie in den Abteilungen „Form und Kontur“, „Schrift und Bild“, „Linie in Bewegung“, „In Raum“ und „Grenze, Transition und Verbindung“ an Verformungen.
In zwei Etagen sieht man zahllose Meisterwerke der Moderne: etwa Jackson Pollocks grandioses Bild „Nummer 17“ (1949), eine monumentale Installation Chiharu Shiotas, Bilder und Blätter von Klimt, Schiele, Kandinsky, Jawlensky, Mondrian, Klee bis zu Keith Haring, Lichtenstein, Warhol, Basquiat; die spartanischen Linien Dan Flavins, Fred Sansbacks oder Don Judds.
Skulpturen – etwa von Franz West – scheinen „lebende Linien“ zu sein; Brigitte Kowanz’ Lichtskulpturen ziehen magisch an; Videos verknüpfen Tanz und Linie im Raum. Lucio Fontana nicht zu vergessen, der mit seinem Schnitt in ein weißes Blatt Kunstgeschichte geschrieben hat. Fazit: Eine faszinierende „kleine Reise“ durch die Moderne (bis 8. März).
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