Do, 20. September 2018

Aus eigenen Reihen

20.01.2014 07:00

Feuerlöscher-Attacke gegen Klitschko bei Demo

Der zweimonatige Dauerprotest in der Ukraine gegen den prorussischen Präsidenten Viktor Janukowitsch radikalisiert sich. Bei den jüngsten Ausschreitungen in Kiew wurde Oppositionspolitiker Vitali Klitschko am Sonntag angegriffen, als er versuchte, junge Leute aus den eigenen Reihen zu beruhigen. Der Ex-Boxweltmeister wurde bei Minusgraden mit einem Feuerlöscher besprüht. Am späten Abend warnte er dann vor einem Bürgerkrieg, will aber "jede Möglichkeit nutzen, um Blutvergießen zu vermeiden".

Hunderte mit Holzknüppeln ausgerüstete und mit Masken vermummte Oppositionelle wollten bei den Ausschreitungen am Sonntag eine Polizeiabsperrung durchbrechen. Sie versuchten, in das Regierungsviertel vorzudringen und das Parlamentsgebäude zu stürmen. Einige Demonstranten warfen Steine und Molotowcocktails auf die Sicherheitskräfte. Mindestens ein Bus ging in Flammen auf. Das Zentrum der ukrainischen Hauptstadt Kiew glich einem Schlachtfeld (siehe Video in der Infobox).

Bei einer Live-Übertragung des Internetfernsehsenders hromadske.tv war zu sehen, wie Tränengasgranaten abgefeuert wurden und Rauch durch das Zentrum Kiews zog. Klitschko wurde dann mit dem Feuerlöscher angegriffen, als er vergeblich versuchte, die wütende Menge zu beruhigen.

Die Polizei setzte Blendgranaten, Tränengas und am späten Abend - bei etwa minus acht Grad Celsius - auch einen Wasserwerfer ein, um der Lage wieder Herr zu werden. Mehr als 70 Angehörige der Sicherheitskräfte seien verletzt worden, davon mindestens vier schwer, hieß es seitens der Behörden. Zahlreiche Milizionäre hätten demnach im Krankenhaus behandelt werden müssen. Auf der Gegenseite berichteten Medien von mindestens 100 Verletzten, ebenso seien mindestens vier Journalisten verletzt worden.

Buhrufe für Klitschko
Insbesondere für Klitschko hatte es zuvor bei der Kundgebung Buhrufe gegeben. Er steht in der Kritik, ohne Plan und unentschlossen zu handeln und die zersplitterte Opposition nicht einigen zu können. Der Ex-Boxer hatte sich immer wieder für einen friedlichen Machtwechsel ausgesprochen. Zahlreiche Demonstranten zeigten am Sonntag auf dem zentralen Unabhängigkeitsplatz jedoch ihren Unmut darüber, dass die Opposition nach zwei Monaten des Protests keine Ergebnisse vorweisen kann.

Nach Meinung von Beobachtern fordern aber vor allem jüngere Demonstranten rasche Veränderungen. "Wir brauchen einen Anführer, der uns heute und jetzt zum Sieg führt. Wir brauchen einen Namen", sagte Dmitri Bulatow, einer der führenden Köpfe der Straßenproteste.

Treffen mit Janukowitsch
Klitschko traf sich nach einer Mitteilung der von ihm geführten Partei Udar (Schlag) noch am Sonntagabend mit Präsident Janukowitsch, um über die gespannte Lage in der Ex-Sowjetrepublik zu sprechen. Demnach habe der Staatschef bei einem Vieraugengespräch zugesichert, am Montag eine Kommission mit Vertretern des Machtapparats und der Opposition zu bilden, die über einen Ausweg aus der Krise beraten soll.

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