Lang vor Pharaonen

Südostasiatische Mumien sind die ältesten der Welt

Wissen
15.09.2025 21:00
Porträt von krone.at
Von krone.at

Ein Forschungsteam hat in Südostasien die bislang ältesten Hinweise auf gezielte Mumifizierung von Menschen entdeckt. Die Leichen von Jägern und Sammlern wurden nicht einbalsamiert wie in Ägypten, sondern über lange Zeit über Feuer geräuchert.

Einbalsamierte Pharaonen, teure Grabbeigaben, riesige Pyramiden: Bei Mumien denken die meisten Menschen wohl zuerst an ägyptische Herrscher. Mehr zum Schaudern – und außerdem weitaus älter – sind sogenannte Räuchermumien aus Südostasien. Bis zu 12.000 Jahre alt sind die ältesten bekannten Beweise für die gezielte Mumifizierung von Menschen.

Die Toten wurden dabei hockend oder gebeugt bestattet, teils eng verschnürt und oft mit Brandspuren an den Körpern. Anders als die liegenden ägyptischen Mumien sollten die konservierten Überreste nicht nur erhalten bleiben, sondern auch eine physische und spirituelle Verbindung zu den Ahnen ermöglichen.

Eli Mabel (links) hält 2016 die mumifizierten Überreste seines Vorfahren Agat Mamete Mabel im ...
Eli Mabel (links) hält 2016 die mumifizierten Überreste seines Vorfahren Agat Mamete Mabel im Arm. Obwohl die Räuchermumifizierung bei den Dani-Stämmen nicht mehr praktiziert wird, bewahren sie dennoch eine Reihe von Mumien auf – als Symbol ihrer höchsten Achtung vor ihren Ahnen.(Bild: AFP)

Ähnliche Bräuche gibt es laut den Forschern noch heute bei indigenen Gemeinschaften im Hochland von Neuguinea und Australien.

Feuchtes Klima ermöglichte Trocknung nicht
Bislang war Mumifizierung vor allem aus trockenen Regionen bekannt, etwa von den Chinchorro in der Atacama-Wüste vor 7000 Jahren oder den ägyptischen Pharaonen vor rund 4500 Jahren. In den feuchten Monsungebieten Südostasiens sei diese Art der Trocknung unmöglich gewesen – daher nutzten die Menschen Rauch und kontrollierte Hitze.

Die Mumie des Mönchs Vu Khac Minh aus dem 17. Jahrhundert in der nordvietnamesischen Provinz Ha ...
Die Mumie des Mönchs Vu Khac Minh aus dem 17. Jahrhundert in der nordvietnamesischen Provinz Ha Tay. Wissenschaftlern nach ist diese Mumie eine von wenigen, die noch alle inneren Organe wie Gehirn, Leber und Herz enthält.(Bild: AFP/AFP PHOTO/HOANG DINH NAM)

95 Fundstätten untersucht
Untersucht wurden Mumien aus 95 Fundstätten in Südchina, Vietnam, Laos, Malaysia und Indonesien. Dabei fanden die Forscher auch Schnittspuren an Knochen, die auf gezielte Eingriffe hindeuten – etwa zum Beugen von Gliedmaßen oder Ablassen von Flüssigkeiten, heißt es im „PNAS“-Magazin.

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