WM-Skandal

FIFA greift nach Türkei- Vorfällen hart durch

Fußball
17.11.2005 15:03
Dem türkischen Fußball-Verband droht nach dem Ausschreitungen im Anschluss an das WM-Qualifikationsspiel gegen die Schweiz der Ausschluss aus internationalen Wettbewerben "Das macht mich rasend", sagte Joseph Blatter, der Präsident des Fußball- Weltverbandes FIFA, am Donnerstagmorgen in einem Gespräch mit dem Schweizer Rundfunk DRS. Blatter kündigte eine umfassende Untersuchung der Vorfälle an. Er könne sich mehrere Möglichkeiten als Folgen vorstellen, sagte der Schweizer, etwa auch den Ausschluss des türkischen Verbandes.

Nach dem WM-Qualifikationsspiel zwischen der Türkei und der Schweiz (4:2) war es im Stadion von Istanbul unmittelbar nach Spielschluss zu den Ausschreitungen gekommen. Mitglieder der Schweizer Nationalmannschaft seien von den Türken tätlich angegriffen worden, berichtete Medienchef Pierre Benoit. Türkische Spieler sollen nach Aussagen von Benoit die Schweizer in den Katakomben des Stadions weiter attackiert haben. Ersatzspieler Stéphane Grichting war nach einem Tritt in den Unterleib sogar ins Krankenhaus gebracht worden. Die Schweizer hatten sich nach dem 2:0-Erfolg im Hinspiel das WM- Ticket gesichert.

Ausschluss droht
Von Null bis zu einer Suspendierung des türkischen Verbandes oder einem Ausschluss von der nächsten WM-Teilnahme könne alles passieren, sagte der FIFA-Chef Joseph Blatter, der selbst Schweizer ist. "Da stimmt etwas im Fußball nicht, was da passiert ist. Das habe ich noch nie erlebt", meinte der oberste Fußball-Funktionär. Die FIFA werde nun den offiziellen Bericht abwarten. Vor der Auslosung der WM-Gruppen am 9. Dezember in Leipzig müsse der "Fall" vom Tisch sein, ließ Blatter wissen.

Türken uneinsichtig
"Wir sind ausgeschieden, weil die Schweiz in beiden Spielen mit zwölf Mann spielen konnte. Sowohl Schiedsrichter Michel in Bern aus auch De Bleeckere hier in Istanbul waren Schweizer", sagte der türkische Trainer Fatih Terim.

In ein ähnliches Horn stoßen auch die türkischen Medien: "Mit ihren Provokationen haben uns die Schweizer in eine Falle gelockt. Über das Ende muss die FIFA entscheiden", schreibt "Fanatik". Oder: "Dafür haben es die hässlichen Schweizer geschafft. Sie haben wieder provoziert und für Rangeleien gesorgt", so "Star". "Sabah" schreibt: "Wir haben daran geglaubt und gut gespielt. Aber der Fußball kennt keine Gerechtigkeit!"

Letzte Plätze vergeben
Neben der Schweiz haben Tschechien, Spanien, Trinidad und Tobago sowie Australien am Mittwoch die letzten fünf von 32 Startplätzen für die Endrunde der Fußball-Weltmeisterschaft 2006 in Deutschland erkämpft. Tschechien gewann nach dem 1:0-Sieg in Oslo auch die zweite Begegnung gegen Norwegen mit 1:0, Spanien begnügte sich nach dem 5:1 gegen die Slowakei in Bratislava mit einem 1:1.

Trinidad und Tobago qualifizierte sich durch einen 1:0-Sieg in Manama gegen Bahrain zum ersten Mal für eine WM-Endrunde einer Weltmeisterschaft qualifiziert, Australien ist zum zweiten Mal nach 1974 bei einem WM-Turnier dabei. Die Kicker vom Fünften Kontinent gewannen am Mittwoch in Sydney das Relegations-Rückspiel gegen Uruguay mit 4:2 im Elfmeterschießen, nachdem sie zuvor den 1:0-Sieg des zweimaligen Weltmeisters aus der ersten Partie in Montevideo wettgemacht hatten.

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(Bild: KMM)



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