Ein Storch wollte sein Nest zurückerobern, der Eindringling kam dabei ums Leben. Der Großteil der Paare ist bereits im Burgenland gelandet. Auch heuer könnte es ein Rekordjahr werden.
Grausige Szenen spielten sich am Mittwoch im Luftraum über Stadtschlaining ab. Ein Storch hatte es sich unerlaubterweise in einem fremden Nest bequem gemacht und wurde vom Horstbesitzer attackiert. Rund eine Stunde dauerte der brutale Revierkampf – um 19.21 Uhr lag der Eindringling tot am Kopfsteinpflaster. Derlei Vorkommnisse seien nicht an der Tagesordnung, heißt es seitens BirdLife Österreich. „Aber wenn es dazu kommt, können die Verletzungen durch die spitzen Schnäbel, wie in diesem Fall, verheerend sein.“
Nachzügler sind noch auf dem Weg
Beschaulicher geht es in Rust zu. Der Storchenverein berichtet, dass bereits 23 Paare ihr Nest bezogen haben. Im Vorjahr waren es 29 – Rekord! „Die endgültige Zahl können wir erst im Mai bekannt geben, weil ein paar Nachzügler bestimmt noch auf dem Weg sind.“ 2024 schlüpften in der Freistadt mehr als 80 Küken. Fast alle überlebten. Das hängt auch mit dem gestiegenen Wasserspiegel des Neusiedler Sees zusammen: Die Störche hatten ausreichend Futter für den Nachwuchs. Die Nahrungssuche wird übrigens abwechselnd erledigt. Einer bleibt immer im Nest und passt mit Akribie auf die Jungen auf.
Partner- und Nistplatzsuche läuft noch
Auch im Südburgenland haben die ersten Störche bereits zu brüten begonnen, verrät Dietmar Lukitsch, der den Überblick über die Population im Bezirk Oberwart hat. „Ich bin schon gespannt, wie viele es heuer sein werden. Viele Jungstörche sind noch auf Partner- und Nistplatzsuche. Hergerichtet haben wir jedenfalls genug. Den Bruterfolg können wir dann frühestens im August feststellen.“
In der Marktgemeinde Strem, Bezirk Güssing, hat man sich schon vor Jahren für die Sommergäste aus Afrika zu interessieren begonnen und eine Storchenkamera installiert, die im Internet Live-Bilder liefert. So kann man die Vögel beim Anflug auf das Nest und – wer’s weniger spektakulär mag – beim Brüten beobachten. Laut Gemeindeamt sind wie immer zwei Paare eingetroffen. Im Schnitt bekommen die allseits beliebten Stammgäste zwei bis drei Babys, vor einigen Jahren gab es sogar einmal Fünflinge.
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