Österreichs Handballer prallen Samstag in Hannover auf Deutschland. Im Hinspiel rang die ÖHB-Auswahl dem Favoriten ein 26:26, so dem nächsten großen Gegner Zählbares ab. Teamchef Ales Pajovic wurde nach der Überraschung vor toller Kulisse in der Wiener Steffl-Arena richtig sentimental.
Kroatien, Ungarn, Spanien und Deutschland bei der EM 2024 – und am Donnerstag gelang es in der Quali für die nächste Endrunde erneut, den Deutschen beim Heim-26:26 Zählbares abzuknöpfen. Tenor: „Unfassbar geil. Wir haben nie aufgegeben, einen beherzten Kampf abgeliefert.“ Und das vor 6018 Fans und Traumkulisse in der Wiener Steffl-Arena. Das Selbstvertrauen ist dementsprechend groß.
Österreichs Handball-Herren machten vor dem Rückspiel am Samstag (16.30, live ORF Sport+) in Hannover einen „Bonuspunkt“ – die Top 2 und besten vier Dritten der acht Gruppen sind für Skandinavien 2026 qualifiziert. „Ich bin stolz darauf, was wir uns in den letzten Jahren erarbeitet haben“, fand Kapitän Seppo Frimmel, der im Tollhaus 16 Sekunden vor Ende den Ausgleich fixiert hatte. Und so in der eigentlichen Eishockey-Stätte dem Kultspruch von Ex-Caps-Coach Jim Boni folgte: „Let’s make the Halle beben!“
Frimmel, Topscorer Wagner (8), Rückkehrer Bozovic und Co. erfüllten nach ihrem (Schluss-)Feuerwerk die vielen Autogramm- und Fotowünsche. Es war abgesehen von Großevents eine in Österreich selten gesehene Handball-Party. „Volle Halle, tolle Leistung – das macht mich extrem glücklich“, so Frimmel. Teamchef Ales Pajovic, nun auch beim deutschen Traditionsklub Flensburg Trainer und bis zum Quali-Ende beim ÖHB an der Seitenlinie, wurde sentimental: „Solche Momente bleiben für immer. Es tut mir im Herzen weh, dass ich nur mehr drei Spiele mit den Jungs habe. Danke an die Fans.“
Selbst Keeper Consti Möstl, dem Tormanntrainer Marinovic in Halbzeit zwei eine Pause gab, worauf Bergmann aufzeigte, rang um Worte: „Wahnsinn! Ich habe mich beim Feiern noch nie so wohlgefühlt.“ Beim Blick auf die Ränge strahlte Sportdirektor Patrick Fölser: „Wenn man sieht, was da los ist... – die Halle hat sich fast von selbst ausverkauft.“ Mit tollen Vorstellungen muss es weitergehen. Am besten gleich am Samstag. Pajovic: „Wir glauben daran, dass wir auch in Deutschland Punkte holen können.“ Beim Gegner könnten Uscins und Knorr auflaufen, die am Donnerstag noch fehlten. Aber nach dem heroischen Kampf ist für Rot-Weiß-Rot klar: Der Weg zur EM 2026 stimmt.
EM-QUALI, Gruppe 7: 1. Deutschland (5), 2. Österreich (4), 3. Schweiz (3), 4. Türkei (0/je 3).
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