19.07.2013 17:00 |

Ost-West-Gefälle

543 Autos pro 1.000 Österreicher: Tendenz steigend

Der Bestand an Autos nach Bezirken hat sich in Österreich sehr unterschiedlich entwickelt, die Tendenz war aber im Jahr 2012 insgesamt steigend. Die höchste Autodichte findet sich in der niederösterreichischen Region Waidhofen/Thaya mit 678 Autos pro 1.000 Einwohnern. Wenig überraschend gibt es in Wien, wo das Angebot an öffentlichen Verkehrsmitteln hoch ist, den geringsten Motorisierungsgrad. Die niedrigste Autodichte weisen dabei die Bezirke Brigittenau und Rudolfsheim-Fünfhaus auf.

Im Österreich-Durchschnitt kommen 543 Autos auf 1.000 Einwohner, was einen leichten Anstieg bedeutet, denn 2011 waren es noch 537 Pkws. Zum Vergleich: In der Schweiz gab es im Vorjahr je 1.000 Einwohner 535 Autos, in Deutschland 538. Der EU-Schnitt belief sich auf 483 Pkws je 1.000 Einwohner, teilte der Verkehrsclub Österreich (VCÖ) am Freitag mit.

In 74 Bezirken liegt der Motorisierungsgrad über dem Österreich-Schnitt. Hinter Waidhofen/Thaya folgen die Bezirke Eisenstadt (658) und Zwettl (657). "Die Regionen wurden völlig im Stich gelassen, was den Ausbau des öffentlichen Verkehrs angeht", stellt VCÖ-Fachmann Markus Gansterer fest. "Die massive Autoabhängigkeit wird für viele Haushalte zur Kostenfalle."

Massives West-Ost-Gefälle
Auffallend ist ein West-Ost-Gefälle: In Vorarlberg gibt es keinen einzigen Bezirk, der im Motorisierungsgrad über dem Österreich-Schnitt liegt, und in Tirol mit Reutte nur einen. Auch in Salzburg sind es mit Salzburg-Umgebung und Tamsweg nur zwei Bezirke, die über dem Österreich-Schnitt fahren.

Das Gegenteil ist im Burgenland, Teilen Niederösterreichs und der Steiermark sowie in Kärnten der Fall: In diesen strukturschwächeren Regionen im Osten und Süden Österreichs gibt es, so der VCÖ, im Verhältnis zur Einwohnerzahl überdurchschnittlich viele Autos. In der Steiermark gibt es die meisten Autos pro 1.000 Einwohner mit 654 in Hartberg, in Kärnten im Bezirk Klagenfurt Land mit 633.

"Dort, wo der öffentliche Verkehr gut ausgebaut ist und mehr Bahn- und Busverbindungen angeboten werden, ist der Motorisierungsgrad niedriger, die Menschen sind weniger vom Auto abhängig. Das schont nicht nur die Umwelt, sonder auch die Brieftasche", so Gansterer.

Klagenfurt und Eisenstadt sind Autometropolen
Beispiel Wien: In 16 Bezirken gibt es weniger als 400 Autos pro 1.000 Einwohner. In 15 Bezirken wuchs die Bevölkerungszahl im vergangenen Jahr stärker als die Zahl der Autos. "Weniger Autos bedeutet mehr Platz für die Menschen. Zusätzlich verringern sich damit die Mobilitätskosten der Haushalte", sagt Gansterer.

In den Landeshauptstädten sieht die Autoquote pro 1.000 Bürger so aus: Klagenfurt hat abgesehen von Eisenstadt mit 605 Autos die höchste Rate, dann folgen St. Pölten (567), Linz (515), Bregenz samt dem Bezirk Bregenz (512), Salzburg (501), Graz (472) und Innsbruck 447.

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