16.07.2013 20:16 |

"Das ist verboten"

Raketen an Bord: Nordkorea-Schiff in Panama gestoppt

Panama hat am Montag ein aus Kuba kommendes nordkoreanisches Schiff gestoppt, das Raketenbauteile geladen hatte. Anfangs habe man Drogen auf dem Frachter, der durch den Panamakanal fahren wollte, vermutet, erklärte Staatspräsident Ricardo Martinelli. "Beim Entladen haben wir jedoch 11.000 Tonnen Zucker sowie Container voll mit hoch entwickelten Raketenbauteilen gefunden. Das ist verboten." Laut der britischen Expertengruppe "IHS Jane's" könnte das Schiff ein Kontrollradar für Boden-Luft-Raketen an Bord gehabt haben.

Als die Polizei auf das Schiff ging, habe der Kapitän versucht, Selbstmord zu begehen, führte der Staatspräsident gegenüber "Radio Panama" aus. Die Crew habe zudem scharf protestiert und die Beamten attackiert.

"Wir werden das Schiff jedenfalls weiter untersuchen. Die Welt muss begreifen, dass es nicht in Ordnung ist, undeklariertes Waffenmaterial durch den Panamakanal zu transportieren", betonte Martinelli. Auf Twitter veröffentlichte der Präsident zudem ein Foto (kleines Bild oben) des gefundenen Materials.

Kontrollradar für Boden-Luft-Raketen?
Laut den Sicherheitsberatern von "IHS Jane's", die Fotos von dem Schiff auswerteten, transportierte die "Chong Chon Gang" ein Kontrollradar für Abschussvorrichtungen für Boden-Luft-Raketen vom Typ SA-2. Diese aus der Sowjetzeit stammenden Systeme verfügen über ein Zielradar sowie ein Radar, das die Raketen zu ihrem Ziel leitet.

Laut IHS könnte Kuba das Radar nach Nordkorea geschickt haben, um es dort modernisieren zu lassen. In diesem Fall hätte es zweifellos von Nordkorea nach Kuba zurückgebracht werden sollen. Die Zuckerladung wäre dann eine Bezahlung gewesen, sagte Ashdown.

Für weniger wahrscheinlich hielt IHS die Möglichkeit, dass Nordkorea mit dem Radar sein Boden-Luft-System verstärken wollte. Das nordkoreanische Luftverteidigungssystem zählt zu den dichtesten der Welt, ist aber laut IHS veraltet.

Das kommunistische Kuba ist einer der wenigen Verbündeten des abgeschotteten Nordkorea. Die Vereinten Nationen haben ein Embargo für Waffenlieferungen von und nach Nordkorea verhängt. Nach der Resolution 1874 des Sicherheitsrats dürfen Mitgliedstaaten alle nordkoreanischen Frachten kontrollieren, die zu Lande, zu Wasser und zur Luft transportiert werden.

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