04.07.2013 08:57 |

Beide Röhren offen

Pfändertunnel im Ländle erstmals voll befahrbar

Kilometerlange Staus vor dem Pfändertunnel in Vorarlberg - damit müsste es jetzt ein für alle Mal vorbei sein: In der Nacht auf Donnerstag wurden nach siebenjähriger Bau- und Sanierungszeit erstmals beide Röhren für den Verkehr freigegeben. Im nun betriebenen Vollausbau soll es vor den Portalen nicht nur keine Staus mehr geben, auch schwere Unfälle gehören hoffentlich nun der Vergangenheit an.

Von der Politik - Infrastrukturministerin Doris Bures (SPÖ), Landeshauptmann Markus Wallner (ÖVP, Bild links) und Asfinag-Vorstand Alois Schedl - war der Pfändertunnel auf der Rheintalautobahn (A14) bereits am Sonntag mit einem Festakt "eröffnet" worden. Nach letzten Arbeiten waren am Mittwoch um 21.30 Uhr erstmals beide Röhren gleichzeitig befahrbar.

Der 6,7 Kilometer lange Pfändertunnel als Umfahrung der Landeshauptstadt Bregenz galt bei seiner ersten Eröffnung im Jahr 1980 als einer der sichersten Tunnels Europas. Er war vor allem aus Kostengründen jedoch nur einröhrig mit Gegenverkehr gebaut worden. Doch der Verkehr nahm binnen weniger Jahre derart stark zu, dass sich vor den Tunnelportalen während der Morgen- und Abendstunden und vor allem in Ferienzeiten kilometerlange Staus bildeten. Zuletzt passierten den Pfändertunnel täglich rund 30.000 Fahrzeuge. Prognosen sagen bis 2020 sogar einen täglichen Verkehr von etwa 36.000 Fahrzeugen voraus.

Budget von 212 Millionen Euro nicht ausgereizt
Der Bau der neuen Röhre, die mit modernster Sicherheitstechnologie ausgestattet ist, konnte ab 2006 in sechs Jahren bewerkstelligt und im Juni 2012 abgeschlossen werden. Sie wird seit etwa einem Jahr befahren. Seitdem wurde die alte Röhre generalsaniert und ebenfalls auf den neuesten Stand der Technik gebracht. Die Kosten für den Neubau und die Sanierung beliefen sich nach Angaben der Straßenbaugesellschaft Asfinag auf rund 200 Millionen Euro. Ursprünglich waren 212 Millionen Euro veranschlagt gewesen.

"Schwere der Unfälle wird zurückgehen"
Ministerin Bures hatte am Sonntag vor allem auf die erhöhte Sicherheit hingewiesen, die durch zwei Röhren gegeben ist. "Unfälle wird man durch eine zweite Röhre nicht ganz verhindern können. Aber die Schwere der Unfälle wird - so zeigt die Erfahrung - in Tunnels ohne Gegenverkehr zurückgehen", sagte sie. In der Tat hatten sich im einröhrigen Pfändertunnel immer wieder schwerste Unfälle auch mit tödlichem Ausgang zugetragen. Der bisher letzte Frontalunfall im Tunnel ereignete sich am Sonntag nur wenige Stunden vor der Eröffnung durch die Ministerin.

Korridorvignette eingestellt
Mit der Freigabe beider Röhren des Pfändertunnels wurde am Donnerstag auch der Verkauf der Korridorvignette wie vorgesehen eingestellt. Die Korridorvignette war eine für den Pfändertunnel konzipierte Maut-Sonderlösung zwischen der Staatsgrenze bei Hörbranz und Hohenems. Der Bregenzer Bürgermeister Markus Linhart (ÖVP) hatte sich bei Bures bis zuletzt für eine Beibehaltung der Korridorvignette stark gemacht, stieß dabei aber auf taube Ohren.

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