Mehrheit im Land pfeift auf neue Tempo-Regelungen: Trotz Erleichterungen auf politischer Ebene, liegen zusätzliche 30er-Zonen oft noch in Schubladen der heimischen Gemeindeämter. Die „Krone“ hat sich die Zahlen näher angesehen ...
Zeitenwende im Kampf gegen die Raserei im Ortsgebiet? Die Novelle der heimischen Straßenverkehrsordnung (StVO) hat es im vergangenen Sommer für die Gemeinden erleichtert, die erlaubte Höchstgeschwindigkeit auf Landes- und Gemeindestraßen von 50 auf 30 km/h zu verringern.
Die Änderung sah zudem vor, dass die zuständige Behörde auch die Installation von Radarboxen noch schneller abwickeln kann. Im Fokus standen dabei „Bereiche mit besonderem Schutzbedürfnis“. Darunter fallen etwa Kindergärten und Schulen, aber auch Krankenhäuser, Seniorenheime und Freizeiteinrichtungen.
Minimaler Zuwachs an 30er-Zonen im Land
Während der Jubel im Vorjahr groß war, tut sich bei der Umsetzung noch relativ wenig. In Oberösterreich nutzten beispielsweise nur drei Gemeinden das neue Instrument gegen die Tempobolzer. In Niederösterreich ist es lediglich eine (!) Gemeinde, wohingegen neun Städte und Dörfer bereits wegen etwaiger Radarboxen an übergeordneter Stelle angefragt haben.
Auch in anderen Bundesländern fällt die Statistik eher mau aus. Für den VCÖ ist eine rasche Verbesserung aber nebensächlich, man feiert jede neue 30er-Zone als „Erfolg“.
Kleine Verbesserungen sind auch ein Erfolg
„Bei Tempo 30 im Ortsgebiet sinkt das Risiko tödlicher Verletzungen für Passanten bei Unfällen um bis zu 75 Prozent. Vor allem Kinder und Senioren sind mit dieser Maßnahme sicherer unterwegs. Fakt ist aber auch: Es braucht wohl noch mehr Information für die Bürgermeister“, erklärt VCÖ-Sprecher Christian Gratzer auf Nachfrage der „Krone“.
Man gibt aber auf Bundesebene auch zu bedenken, dass die Bürgermeister im Land auch mit anderen Problemen zu kämpfen haben, und Tempo 30 in den Ortsgebieten wohl nicht oberste Priorität hat
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