Bedarf ist weiter hoch

Zahl der angehenden Pfleger hat sich verdreifacht

Oberösterreich
16.12.2024 10:00

Gesperrte Betten, überfüllte Praxen, gestresstes Personal: Aus dem Gesundheitsbereich tönen regelmäßig Hilferufe. Eine zur Abwechslung positive Nachricht kommt nun aus den Schulen der OÖ Gesundheitsholding: In den vergangenen fünf Jahren haben sich die Ausbildungsplätze mehr als verdreifacht. Der Bedarf ist aber weiter hoch.

2019 absolvierten noch 326 Menschen eine Pflegeausbildung, heuer im Oktober waren es bereits 1031. Das Plus liegt unter anderem an neuen Ausbildungszweigen. „Hier möchte ich als Beispiel unsere „Pflegestarter“ oder die noch relativ junge Ausbildung zur Operationstechnischen Assistenz erwähnen“, sagt Martina Bruckner, Leiterin der Schulen der Gesundheitsholding.

„Aber auch unsere Schulkooperationen möchte ich hier anführen. Schülerinnen und Schüler können dank dieses Modells gleichzeitig mit der Matura auch die Ausbildung zur Pflegefachassistenz abschließen.“

OÖ braucht fast 10.000 neue Pflegekräfte
Rund 50 Prozent der Absolventen starten ihre Berufslaufbahn in den Kliniken der Gesundheitsholding, die andere Hälfte verschlägt es in die Langzeitpflege, in Reha-Einrichtungen, in andere Spitäler oder auch den niedergelassenen Bereich.

Um den großen Bedarf an Personal abdecken zu können, werden aber wohl noch weitere Anstrengungen nötig sein. Der Landesrechnungshof prognostizierte schon vor zwei Jahren, dass Oberösterreich bis 2030 rund 9550 neue Pflegekräfte braucht. Denn die Anzahl der Hilfsbedürftigen werde bis dahin von zuletzt 76.000 auf rund 87.000 ansteigen.

Kommentar
Wer gern arbeitet, bleibt

Viele Initiativen, um neue Pflegekräfte zu gewinnen, funktionieren, das intensive Werben trägt messbare Früchte, etwa die Verdreifachung der „Azubis“ in der Gesundheitsholding. Das ist die eine Seite.

Die andere ist, die bestehenden Pflegerinnen und Pfleger in ihren wichtigen Jobs zu halten. Das wird künftig nur mit besseren Arbeitsbedingungen funktionieren. Denn wer regelmäßig Zwölf-Stunden-Schichten schiebt, Patienten hebt, wäscht und versorgt – und dann auch noch spontan wegen Personalmangels einspringen und einen Dienst übernehmen muss, der brennt schnell aus.

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