Die burgenländische Landwirtschaftskammer stellt sich hinter die Milchbauern und zeigt sich solidarisch mit Produzenten, die höheren Preis für ihre Milch fordern.
Harte Verhandlungen gibt es, wie berichtet, derzeit zwischen der Molkerei NÖM und der Lebensmittelkette Spar. NÖM fordert höhere Abnahmepreise. Weil Spar dies nicht akzeptiert, hat die Molkerei einen Lieferstopp verhängt. Dieser Milchstreit betrifft auch die burgenländischen Landwirte. Von den 71 Milchbetrieben liefern derzeit 40 an NÖM, der Rest an die Berglandmilch.
Preise rauf, Einkommen runter
Landwirtschaftskammer-Präsident Nikolaus Berlakovich stellt sich nun hinter die Milchbauern und deren Genossenschaft. „Die hohen Preise für Düngemittel, Saatgut, Betriebsmittel, Verbrauchsmaterial und Energiekosten haben vor allem auch Bauern mit ihren Betrieben getroffen“, erklärt er. Gleichzeitig habe sich die Einkommenssituation der Produzenten verschlechtert, die Einkünfte aus der Land- und Forstwirtschaft seien im Vorjahr um 14 Prozent gesunken.
Konsumenten sollen nicht mehr zahlen
Man wolle jedoch nicht, dass der Milchpreis für die Konsumenten steige, sondern, dass der Anteil an der Wertschöpfung, den die Bauern erhalten, höher ausfällt. Die derzeitige Aufteilung sehe etwa 45 Prozent für den Handel, 30 Prozent für den Bauern und 25 Prozent für die Molkerei vor. Konkret wolle man zwei Cent mehr pro Liter Milch, so Berlakovich und Otto Kaipel, Aufsichtsrat der Milchgenossenschaft Niederösterreich (MGN) – selbst Milchbauer in der Gemeinde Wiesfleck.
Zahl der Betriebe zuletzt stark zurückgegangen
Wenn sich die Wertschöpfung so weiter entwickle, müsse er seiner Tochter vielleicht auch einmal nahelegen, sich einen Job zu suchen, anstatt den Betrieb weiterzuführen, meint Kaipel. Berlakovich verweist darauf, dass 2018 noch 108 Betriebe ihre Milch an Molkereien geliefert hätten, heute seien es nur mehr 71 – ein Drittel weniger.
Vonseiten der Lebensmittelkette will man sich nicht mehr groß zu dem Thema äußern, es sei bereits alles gesagt. „Wir sind mit NÖM in Verhandlungen“, heißt es.
Laut Kaipel gehen lediglich rund sieben Prozent der NÖM-Milch an Spar.
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