Bregenz-Mittelfeldmotor Lars Nussbaumer und seine Teamkollegen erhoffen sich viel vom Duell mit den Lustenauern. Die Austria will den Hausherren die Leichtigkeit nehmen und sich so einen Kick-Start holen, erklärt Kapitän Pius Grabher.
Alles ist angerichtet! Lange wurde dem Derby-Revival zwischen SW Bregenz und Austria Lustenau entgegengefiebert, jetzt ist es soweit – das große Duell steigt spät am Abend (20.30) des Nationalfeiertags.
Einen klaren Favoriten gibt es nicht, den besseren Saisonverlauf hatten bisher die Bregenzer. Das weiß auch SW-Mittelfeldmotor Lars Nussbaumer. „Das Momentum spricht für uns. Wir sind auf einer Welle, haben Selbstvertrauen. Und wer bei diesem Spiel nicht topmotiviert ist, dem ist eh nicht zu helfen!“
Aufpassen müssen die Schwarz-Weißen aber dennoch, meint der Langenegger weiter. „Wir dürfen ja nicht zu heißlaufen, sondern müssen so spielen wie bisher auch immer. Die Kulisse wird gewaltig sein – aber das müssen wir in den 90 Minuten trotzdem ausblenden und uns auf unseren Job konzentrieren.“
Leichtigkeit nehmen
„Bregenz hat einen super Lauf, sie machen sehr viel aus ihren Möglichkeiten. Sie spielen mit Leichtigkeit. Die wollen wir ihnen aber nehmen“, erklärt Lustenau-Kapitän Pius Grabher. „Für uns könnte das Derby genau der richtige Kick-Start sein, der uns bisher gefehlt hat.“
Bregenz hat einen super Lauf, sie machen sehr viel aus ihren Möglichkeiten. Sie spielen mit Leichtigkeit. Die wollen wir ihnen aber nehmen
Austria Lustenau-Kapitän
Und das Austria-Urgestein und seine Teamkollegen wollen unbedingt in Bregenz bestehen. „Das muss schon unser Anspruch sein. Wir wollen den ersten Sieg in Bregenz in dieser Saison erreichen“, stellt Grabher klar. „Wenn wir weiter Jäger bleiben wollen, müssen wir punkten. Die letzten Wochen haben gezeigt, dass wir bereit sind. Defensiv agiert das ganze Team top. Es liegt auf der Hand, woran es bei uns noch fehlt.“
Auf das große Vorarlberg-Derby brennen alle Spieler. Und auch ganz sicher die Fans, die live vor Ort sein werden. „Dieses Spiel hat sich viele Zuschauer verdient“, meint Grabher.
Austria-Experte der „Krone“, Didi Hofer, verfasste zusätzlich noch eine Kolumne zum anstehenden Derby:
In den Saisonen 2003 bis 2005 blieb Trainer Andreas Heraf mit Austria Lustenau in 32 Heimspielen ohne Niederlage. Als Heraf im Vorjahr erneut das Trainerzepter in Lustenau übernahm, erinnerte er sich daran zurück, dass die damalige Serie eher hemmend gewesen sei, weil man lieber einen Punkt mitnahm, als mit Risiko zu spielen, um nur ja nicht zu verlieren.
Ähnlich verhalten auf dem Platz wirkte die Austria in der aktuellen Saison in so manchem Heimspiel. Da wurde auch eher auf einen mutlosen Sicherheitsfußball gesetzt, als auf forsche Offensive. Mit dem Resultat, dass man zwar seit 23. April 2024 (1:2 gegen den WAC) ungeschlagen ist, das vorhersehbare Ergebnis aber meist ein Unentschieden war. Ganze sieben (aus zehn Spielen) sind es bereits in der laufenden Meisterschaft.
Vor allem im (ungeliebten) ImmoAgentur-Stadion fehlte bislang das letzte Eizerl, um einen Sieg vielleicht einmal zu erzwingen. Dies muss aber nicht zwingend am Trainer liegen. So meinte Austria-Coach Martin Brenner nach dem 1:1 gegen Ried, dass der Matchplan von Beginn an ein anderer war, seine Spieler sich aber in der ersten Halbzeit nicht richtig „trauten“. Ried kaufte Lustenau mit harten Zweikämpfen erfolgreich den Schneid ab. Erst nach 60 Minuten fielen bei den Hausherren die Scheuklappen und plötzlich waren – zum ersten Mal in dieser Saison – die Emotionen auf den Rängen und auf dem Feld spürbar.
Eines steht fest: im Derby muss Lustenau das Visier von Beginn an ablegen und aus der Deckung gehen, will man den vor Selbstvertrauen strotzenden Bregenzern Paroli bieten. Die notwendige Qualität dazu hat die Mannschaft mit Sicherheit. Vielleicht beflügelt ja die Derbystimmung – rund 2000 Austria-Fans werden erwartet – das Team von Anfang an. Schließlich geht es für die Austria auch darum, sportlich nicht zu weit hinter Bregenz zurückzufallen. Bei einer Niederlage würde der Rückstand bereits acht Punkte betragen.
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