Der Filmemacher Norbert Blecha rückt jüdische Kultur in den Fokus. Für sein jüngstes Werk erntete er jetzt große Anerkennung. Die Doku aus Österreich über die einstige jüdische Gemeinde in Lackenbach wurde eine viel beachtete internationale Produktion.
„Heute sind wir hier, um einen Film zu sehen, der traurig macht.“ Mit diesen Worten hatte Produzent Norbert Blecha besonnen die Premiere von „Lackenbach. Meine Kehillah“ im April in der ehemaligen Synagoge Kobersdorf präsentiert. Seine neue Terra-Film-Doku warf einen tiefsinnigen Blick in eine grausame Vergangenheit – als Lackenbach, einst eine blühende jüdische Gemeinde und ein Geschäftszentrum, auf brutalste Weise von den Nationalsozialisten seiner großen Kultur beraubt worden war.
Zu Wort kamen jene, die den Holocaust überlebt haben, da ihnen die Flucht ins Ausland gelungen ist. Und jene, die tief mit Lackenbach verwurzelt sind wie Bundeskanzler a. D. Franz Vranitzky und Landesrat Heinrich Dorner. Mittendrin war Innenminister a. D. Karl Blecha. „Gut, dass wir über Vergangenes nicht schweigen, sondern darüber reden“, merkte Norbert Blecha an. Der bewegende Film endete mit den Namen der Ermordeten – und der Botschaft, so etwas nie wieder zuzulassen.
Großes Lob bei Präsentation in London
Der Terra-Film-Doku aus Österreich ist international große Aufmerksamkeit geschenkt worden. Mit Unterstützung der österreichischen Botschaft und des rot-weiß-roten Kulturinstituts mit Waltraud Dennhardt-Herzog in London verfilmte Blecha die Doku neu in englischer Sprache. Das Meisterwerk erntete jetzt bei der Präsentation in Großbritannien grenzenlose Anerkennung. Beeindruckt zeigte sich ebenso David Joseph, der schon in der ursprünglichen Doku so wie Autor und Initiator Dan Saad eine maßgebliche Rolle gespielt hat. Die Mutter des späteren britischen Kronanwalts hatte es einst von Lackenbach über Wien in einem Kindertransport nach London geschafft, um dem Gräuel zu entgehen: „Die Doku ist ein unschätzbarer Beitrag für die Erinnerungsarbeit.“
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