„Fin de partie“ als gelungene österreichische Erstaufführung in der Staatsoper. György Kurtágs Beckett-Oper glitzert präzise ihrem Endspiel-Ende entgegen.
Man ertappt sich, dass man näher heran möchte an diese Figuren: Um ihre Mimik, ihre mit dem diesmal gar nicht scherzkeksigen Regisseur Herbert Fritsch goldrichtig präzise choreografierten Gesten intensiver zu erleben.
Ob das nun Diener Clov ist. Der turnt in Gestalt von Georg Nigl Buster-Keaton- gleich mit der Leiter durch die Scherenschnitt-Kulisse, um das Licht aus der kaputten Welt hereinzulassen.
Oder der die ganze Aufführung lang in seinem Rollstuhl sitzende Hamm von Philippe Sly. Der beeindruckt tief in der komplexen Riesenpartie, wenn er über die Dinge sinnierend dem Endspiel entgegen monologisiert.
Als seine beinlosen Eltern schauen Charles Workman, immer noch weich und hell phrasierend, und die späte Staatsopern-Debütantin Hilary Summers aus ihren Mülltonnen.
Simone Young bringt Kurtágs Partitur, in derer wie unterm Brennglas Becketts Worte bis ins kleinste Partikel auszieseliert, mit dem Orchester zum Funkeln. Alles zusammen ergibt großes Musiktheater, das Aufmerksamkeit verlangt. Es lohnt sich!
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