Das steckt dahinter
Asyl: Betreibt Italien ein neues „Guantánamo“?
Der Wirbel ist groß: Italien plant, Migranten während der Prüfung ihrer Asylanträge in zwei riesigen Zentren in Albanien zu kasernieren. Die rechte Meloni-Regierung freut sich über den 670 Millionen Euro teuren Coup, Menschenrechtsorganisationen befürchten ein neues „Guantánamo“. Krone+ weiß, wie es in den umstrittenen Lagern aussieht.
Die rechtspopulistische Premierministerin Giorgia Meloni ist hellauf begeistert. Die von der italienischen Regierung finanzierten Migrantenzentren auf albanischen Boden seien eine „innovative Lösung“ im Umgang mit den Migrantenströmen und im Kampf gegen Schlepperei. Das italienische Marineschiff Libra machte sich am Montag auf den Weg, um die erste Gruppe von Migranten zu den neu eingerichteten Flüchtlingszentren zu bringen,
In den vergangenen zehn Jahren kam eine Million Migranten über die Mittelmeer-Route nach Italien. 65.000 wurden wieder in ihre Heimatländer abgeschoben. Der Rest blieb oder wanderte in andere Länder weiter.
Umstrittener Asyl-Plan
Melonis umstrittener Plan sieht so aus: In internationalen Gewässern gerettete Flüchtlinge werden nach Albanien gebracht. Zunächst in den Adria-Hafen Shengjin, wo ein Erstaufnahmelager steht. Hier werden die Migranten, sobald sie das Schiff verlassen haben, untersucht, identifiziert, die Fingerabdrücke aufgenommen und mit Essen versorgt.

















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