Vor mehr als 80 Jahren wurde das Bild „Bord de Mer“ von den Nazis in Wien geraubt, nun konnte das FBI den Kunstkrimi lösen. Und das Gemälde ihren rechtmäßigen Besitzern wieder zurückgeben.
Adalbert „Bela“ Parlagi war ein erfolgreicher Geschäftsmann und zugleich Kunstliebhaber im Wien der 1930er-Jahre. Doch dann marschierten die Nazis ein, vertrieben ihn und seine Familie aus Stadt und Land. Die Gestapo kassierte und versteigerte all seine Kulturschätze, darunter auch das Bild „Bord de Mer“ des berühmten französischen Impressionisten Claude Monet. 1941 geriet das Gemälde in die Hände eines NS-Kunsthändlers, dann verlor sich die Spur.
Nazi-Raubkunst tauchte in Galerie auf
2023, also mehr als acht Jahrzehnte später, tauchte es in einer Galerie im US-Bundesstaat Texas auf. Das FBI, die zentrale Sicherheitsbehörde der Vereinigten Staaten, startete daraufhin mit Ermittlungen. Die damaligen Besitzer gaben das Bild nach einem Gespräch mit FBI-Agenten freiwillig zurück – sie ahnten nicht, dass es sich bei „Bord de Mer“ um Nazi-Raubkunst handelte.
Dank ihrer Kooperation konnten die Ermittler das millionenschwere Werk nunmehr an die Erben der Familie Parlagi übergeben. Parlagis Enkeltöchter Helen Lowe und Françoise Parlagi nahmen das Bild kürzlich entgegen: „Es ist eine Ehre, dieses bedeutende Stück Kunst an seine rechtmäßigen Besitzer zurückzugeben“, erklärt FBI-Direktor James Dennehy. Der Fall hebe die Bedeutung der Rückgabe gestohlener Kulturgüter hervor. Weitere geraubte Kunstwerke von Familie Parlagi, darunter ein Aquarell von Paul Signac, bleiben verschollen.
Bereits im März erhielt die Familie allerdings ein weiteres Kunstwerk zurück – eine Kreidezeichnung des deutschen Komponisten Richard Wagner von Franz von Lenbach. Eine Kommission hatte das Werk in der Wiener Albertina ausfindig gemacht.
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