Durch Suchtmittel beeinträchtigt, trat ein 28-Jähriger nach Polizisten und spuckte sie an. „Zwei punktuelle Rauschzustände“, so ein Gerichtsgutachter. Der Mann aus dem Burgenland scheint geläutert.
Ohne Anwalt erschien der Angeklagte am Landesgericht Eisenstadt – vielleicht auch, weil der 28-Jährige in Syrien Rechtswissenschaften studiert hat, ehe er 2021 in Österreich andockte und als mittlerweile anerkannter Flüchtling dem Beruf des Friseurs nachgeht.
„Alles neu“
Er sei nicht an Alkohol, Cannabis und Kokain gewöhnt gewesen vor zwei Jahren, als ihm ein Arbeitskollege mehrmals mit Stoff aller Art versorgte. „Es ging mir damals mental nicht so gut. Alles war neu. Und ich habe meine Eltern vermisst, meine zwei kleinen Schwestern, die immer noch in Syrien sind.“
Beamte beschimpft
Zweimal musste die Polizei ausrücken, weil der Mann randaliert hatte – in Mattersburg und in Neusiedl am See. Er beschimpfte die Beamten auf Arabisch, trat nach ihnen, spuckte sie an, ehe er am Boden fixiert wurde. Das Video vom zweiten Einsatz wurde im Gerichtssaal eingespielt.
Der Friseur genierte sich beim Anschauen in Grund und Boden, hielt sich die Hände vors Gesicht. „Ich war nicht bei Sinnen und wusste nicht, was ich tue“, sagte er. „Ich schäme mich und bin bereit, jede Strafe anzunehmen. Glauben Sie mir, Frau Richterin, ich bin nicht in dieses Land gekommen, um Probleme zu machen. Ich will mich integrieren.“
„Nicht zurechnungsfähig“
Weil die Vorfälle zwei Jahre zurückliegen, seither nichts passiert ist und ihn der Gerichtsgutachter „zum Tatzeitpunkt als nicht zurechnungsfähig“ einstufte, kam der Syrer mit einer bedingten Haftstrafe davon: Fünf Monate bedingt auf drei Jahre. Plus 250 Euro Schmerzensgeld für einen Polizisten, den er am Daumen verletzt hatte. Er war einverstanden.
Da dieser Artikel älter als 18 Monate ist, ist zum jetzigen Zeitpunkt kein Kommentieren mehr möglich.
Wir laden Sie ein, bei einer aktuelleren themenrelevanten Story mitzudiskutieren: Themenübersicht.
Bei Fragen können Sie sich gern an das Community-Team per Mail an forum@krone.at wenden.