Österreichische Erstaufführung: Stefan Bachmann bringt seine hochaktuelle Dramatisierung von Rainald Goetz’ Prosatext „Johann Holtrop“ mit großartigen Schauspielerinnen aus Köln an die Burg.
Er war, was Benko gern gewesen wäre – nämlich Zeitungszar –, und dann, was Benko tatsächlich war: nämlich Kaufhausjongleur, sogar mit Verhängnisschwerpunkt Karstadt. Nur, dass den deutschen Manager Thomas Middelhoff die Wahrheit schon 2009 mit Gefängnisfolge einzuholen begann. Von der Parallelität profitiert nun der neue Burg-Direktor: Stefan Bachmann brachte seine Inszenierung des Schlüsselromans „Johann Holtrop“ zum bestmöglichen Zeitpunkt aus Köln mit.
Rainald Goetz’ virtuoser, hoch rhythmischer Prosatext wird mit Hilfe eines Kammerensembles furios durchkomponiert und -choreografiert. Auf der Bühne wüten antikapitalistische Fratzen im Brecht’schen Sinn, doch lässt Bachmann dem fabelhaften Ensemble – ausschließlich weiblich und neu engagiert – auch menschliche Momente. Um die Titelheldin Melanie Kretschmann tobt ein Höllentanz aus Sprache und Schauspielkunst.
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