Ohne Quarrymen keine Beatles – so simpel und folgerichtig ist eine der wichtigsten Gleichungen der Pop-Geschichte. Zwei übriggebliebene Früh-Mitglieder der ersten Band von John Lennon tragen die Legende der Skiffle-Gruppe bis heute weiter. Diese Woche kommen sie erstmals live zu uns.
Musikfans kennen die Kurzanalyse von altgedienten Pop-Fans - vor den Beatles, da gab es nichts. Diese – natürlich nicht ernst gemeinte - Aussage ist aber nicht nur Größen wie Elvis Presley, Little Richard oder Robert Johnson gegenüber frech, denn vor den Beatles gab es natürlich die Quarrymen. Die Skiffle-Band wurde der Legende nach 1956 vom blutjungen Teenager John Lennon mit vier Schulfreunden gegründet, weil er des viel zu theoretischen Gitarrenunterrichts müde war und seiner Kreativität lieber im praktischen Sinne Ausdruck verlieh. Lennons Mutter zeigte den beiden, wie man eine Gitarre wie ein Banjo stimmt und den britischen Hit „Ain’t That A Shame“ spielt und schon kam der Stein anno dazumal in Rollen.
Der Tag, der alles veränderte
Mit dem für den Skiffle-Sound notwendigen Waschbrett und weiteren interessieren Mitstreitern gab erste Auftritte in Liverpooler Kinos, bei Schulbällen und diversen Musikwettbewerben. Zur großen Legende wurden die Quarrymen in den Jahren darauf. Am 6. Juli, der für die weltweite Pop-Historie vielleicht wichtigste Tag der Geschichte, traf Lennon einen gewissen Paul McCartney, der dann in die Band integriert wurde. Anfang 1958 gab es dann in einem Schulbus eine erste Begegnung von McCartney mit George Harrison, der allerdings nach einem dritten Treffen der Teil der Band wurde. So bestanden die Quarrymen aber 1958 zu drei Viertel aus späteren Beatles-Legenden – 1960 glitt der Name der Band auch direkt zu Beatles über.
Zu den frühen Mitgliedern der späten 50er-Jahre Kultband zählten auch Drummer Colin Hanton und Gitarrist und Sänger Rod Davis, die noch heute auf der Bühne stehen und die Legende der Quarrymen nun sogar nach Wien bringen. Dass es die Quarrymen heute überhaupt wieder gibt, hat man einem Jubiläumsgig zu verdanken. 1997 spielten sechs ehemalige Bandmitglieder ein spezielles Konzert anlässlich des Kennenlernens von Lennon und McCartney und hatten dabei so viel Spaß, dass eine Reunion der Band (freilich ohne Beatles) überlegt wurde. Seit damals wurden drei Alben, vornehmlich mit Skiffle-Coverversionen, veröffentlicht und zahlreiche Konzerte gespielt. Mit Davis und Hanton sind noch heute zwei Originalmitglieder an Bord, dem noch lebenden Len Garry ist es aus gesundheitlichen Gründen leider nicht mehr möglich, mit der Band auf Tour zu sein. Unterstützt werden die beiden jetzt von Bassist David Bedford.
Live in der Szene Wien
Wer sich von einem wirklich seltenen Stück Musikgeschichte begeistern lassen möchte, hat am 15. September eine einzigartige Chance dazu. The Quarrymen mit den beiden genannten Originalmitgliedern werden da nämlich ein Österreich-exklusives Konzert in der Wiener Szene geben. Unter www.oeticket.com gibt es noch Karten und weitere Infos für das Live-Highlight. Diese Chance wird sich nicht mehr so oft eröffnen.
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