Fordert neue Strategie

Experte: „Terror-Szene im Land wegen Balkan-Nähe“

Österreich
16.08.2024 17:00

Nach den vereitelten Terroranschlägen in Wien auf ein Taylor Swift Konzert herrscht weiterhin eine angespannte Sicherheitslage in Österreich.  Terrorismusexperte Nicolas Stockhammer, zur beunruhigenden Entwicklung: „Es gibt eine dschihadistische Szene, die immer gefährlicher und jünger wird.“

Doch wie präsent ist diese Szene konkret in Österreich? „Ja, es gibt natürlich in ganz Europa eine Szene und in Österreich auch“, bestätigt Stockhammer. Besonders auffällig sei die Nähe zum Balkan. „Wir sehen hier immer wieder einen Personenkreis mit ethnischen Wurzeln, etwa in Nordmazedonien. Der Attentäter von Wien hatte diese Wurzeln. Der Hauptverdächtige im Taylor Swift Fall hat ebenfalls ethnische Wurzeln – er stammt aus Albanien.“ Dies verdeutlicht, wie wichtig es ist, ethnische und kulturelle Zusammenhänge bei der Analyse extremistischer Netzwerke zu berücksichtigen.

Der Vorteil der Balkanlage
Trotz dieser Herausforderungen sieht Stockhammer die Lage als vorteilhaft für Österreich. „Die Balkanlage ist im sicherheitspolitischen Kontext als Vorteil zu sehen. Wir haben gute Informationen über Ereignisse am Balkan, über Akteure und Strukturen.“ Die Nähe zum Balkan hat sich als nützlich erwiesen, da Österreich enge Kooperationen mit internationalen Partnern pflegt, um relevante Informationen zu sammeln und auszutauschen. Diese Zusammenarbeit ist entscheidend, um ein umfassendes Bild der Bedrohungslage zu erhalten. Die Sicherheitslage in Europa stellt Österreich vor große Herausforderungen, vor allem wenn es um die Überwachung und Bekämpfung von Terrorismus geht.

Terrorismus hat viele Gesichter
„Die Brutalität und Entschlossenheit der Täter ist alarmierend“, erklärt Stockhammer. „Sie zeigen, wie weit radikalisierte Individuen bereit sind zu gehen, um ihre Ideologien in die Tat umzusetzen. Wir müssen wachsam bleiben“, warnt Stockhammer. „Die Bedrohung durch Terrorismus ist nicht verschwunden, nur weil wir diese Anschläge vereiteln konnten. Es erfordert ständige Anstrengungen, sowohl auf nationaler als auch auf internationaler Ebene, um die Sicherheit unserer Gesellschaft zu gewährleisten.“

Terrorexperte Nicolas Stockhammer im krone.tv Interview
Terrorexperte Nicolas Stockhammer im krone.tv Interview(Bild: Krone KREATIV/krone.tv)

Die Herausforderungen der Überwachung
Experten fordern eine intensivere Überwachung von radikalisierten Einzelpersonen und die Förderung von Präventionsprogrammen, um eine weitere Radikalisierung zu verhindern. „Es braucht eine ganzheitliche Strategie, die sowohl präventive Maßnahmen als auch harte Repressionen umfasst“, fordert Stockhammer. „Nur so können wir dieser Bedrohung effektiv entgegentreten.“

Das gesamte Interview sehen Sie oben im Video!

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