Der Wirtschafts- und Außenhandelsbericht für das Jahr 2023 des Landes Vorarlberg zeigt ein ambivalentes Bild: Während der Tourismus boomte, mussten insbesondere die Industrie und der Bau mit Einbußen hinnehmen.
Wirtschaftslandesrat Marco Tittler und Wirtschaftskammer-Präsident Wilfried Hopfner haben am Dienstag den Wirtschafts- und Außenhandelsbericht für das Jahr 2023 präsentiert. Wie von der „Krone“ bereits berichtet, ist das Exportvolumen um gut drei Prozent auf 13,2 Milliarden Euro zurückgegangen. Die größten Einbußen trafen die Eisen- und Metallwaren-Industrie, dagegen erzielte die Branche der Nahrungs- und Genussmittel sogar Zuwächse. Die Exportquote belief sich auf rund 60 Prozent.
Hopfner warnt vor „Deindustrialisierung“
Mit einem Exportwert pro Kopf von 32.366 Euro liegt Vorarlberg im Bundesländervergleich an zweiter Stelle hinter Oberösterreich. Wichtigster Handelspartner ist und bleibt mit großem Abstand Deutschland, das im Jahr 2023 allein 28 Prozent der Vorarlberger Exporte (rund 3,7 Milliarden Euro) bezog und 37 Prozent der Importe lieferte (rund 3,5 Milliarden Euro). Insgesamt 60 Prozent der Vorarlberger Exporte gingen in die EU, umgekehrt kommen 65 Prozent der Importe aus diesen Ländern. Die Industrieproduktion in Vorarlberg ist im vergangenen Jahr um 4,5 Prozent gesunken, auch die Baubranche verzeichnete merkliche Einbußen. Ausgesprochen positiv verlief hingegen die Entwicklung im Tourismus: In der Sommersaison 2023 haben 1,4 Millionen Urlaubsgäste (+6,9 Prozent) fast 4,5 Millionen Übernachtungen (+4,2 Prozent) gebucht.
Unterm Strich lässt sich bilanzieren: Die Vorarlberger Wirtschaft hat sich in einem schwierigen Umfeld gut behauptet. WKV-Präsident Hopfner warnt allerdings davor, sich zurückzulehnen: „Wir leben in einer wirklich herausfordernden Zeit. Während viele Wirtschaftsregionen ihre Position auf dem Weltmarkt ausbauen können, muss Europa diese verteidigen. Vieles lässt sich nicht schönreden. So ist vor allem der schleichenden Deindustrialisierung höchstes Augenmerk zu schenken.“
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