Still sind die Sozialdemokraten im Land Tirol, wenn es um das Thema Abtreibungen geht, seit sie mit ihrem Regierungspartner ÖVP aneinandergeraten sind. Nicht so die rote Innsbrucker Vizebürgermeisterin Elisabeth Mayr: Sie findet klare Worte und hält sich mit Kritik nicht zurück.
Kein Geheimnis ist, dass sich ÖVP und SPÖ in der Abtreibungsfrage nicht einig sind. Das wurde spätestens klar, als sich Landesrätin Eva Pawlata (SPÖ) für kostenlose und flächendeckende Abtreibungsangebote an allen öffentlichen Krankenhäusern ausgesprochen hatte und dann von ihrem Koalitionspartner ÖVP regelrecht zurückgepfiffen wurde.
Vizebürgermeisterin erinnert an Vereinbarung
Dabei steht in der Koalitionsvereinbarung als Zielsetzung, „einen bedarfsgerechten, niederschwelligen Zugang zu Schwangerschaftsabbrüchen sicherzustellen, durch den Ausbau des ambulanten Angebots im niedergelassenen Bereich oder abgekoppelt an einer ausgewählten öffentlichen Einrichtung“.
Wir werden die für die Umsetzung zuständige Landesrätin Cornelia Hagele mit voller Kraft unterstützen.

Die Innsbrucker Vizebürgermeisterin Elisabeth Mayr (SPÖ)
Bild: Christof Birbaumer
Genau an diesen Koalitionsvertrag erinnert nun Innsbrucks Vizebürgermeisterin Mayr (SPÖ) und pocht darauf, dass die Möglichkeit für einen niederschwelligen Zugang zu Schwangerschaftsabbrüchen in Tirol umgesetzt werden muss: „Es ist unerlässlich, Frauen die Möglichkeit zu geben, selbstbestimmt über ihren Körper, ihre Gesundheit und ihre Zukunft zu entscheiden. Es ist ein Meilenstein, dass wir als SPÖ die Möglichkeit zu einem sicheren und niederschwelligen Schwangerschaftsabbruch im Koalitionsvertrag mit der Tiroler Volkspartei verankern konnten. Die Umsetzung lässt aber nach wie vor auf sich warten“, kritisiert Mayr.
Und weiter: „Im letzten Jahr hat es geheißen, man sei auf einem guten Weg, dieses Frühjahr dann, man stehe kurz vor der Umsetzung. Jetzt, ein paar Monate später, heißt es, man stehe wieder ganz am Anfang. Das kann es doch nicht sein, dass das Land Tirol Frauen, die diesen Eingriff benötigen, derart im Regen stehen lässt. Noch immer stehen Frauen im Fall ungewollter Schwangerschaft unter immensem Druck.“
„Wir dürfen uns nicht einschüchtern lassen“
Auch die Innsbrucker Regierung hat in ihrem Zukunftsvertrag festgehalten, dass es die Möglichkeit zum sicheren und niederschwelligen Abbruch als Teil einer guten Gesundheitsversorgung von Frauen dringend benötigt, am besten direkt an der Innsbrucker Klinik.
„Wir dürfen uns nicht von den zunehmenden reaktionären Tendenzen und Strömungen einschüchtern oder ausbremsen lassen. Frauengesundheit ist nicht verhandelbar, die Tiroler Volkspartei muss hier endlich Farbe bekennen und die Umsetzung ebenfalls mit allen Kräften unterstützen“, appelliert Mayr und sichert gleichzeitig ihre und Innsbrucks volle Unterstützung für die zuständige Landesrätin Cornelia Hagele (ÖVP) zu.
Da dieser Artikel älter als 18 Monate ist, ist zum jetzigen Zeitpunkt kein Kommentieren mehr möglich.
Wir laden Sie ein, bei einer aktuelleren themenrelevanten Story mitzudiskutieren: Themenübersicht.
Bei Fragen können Sie sich gern an das Community-Team per Mail an forum@krone.at wenden.