Spekulationen blühen

Putin und Modi: Liegen die Weltenlenker im Clinch?

Ausland
10.07.2024 15:41

Indiens Premierminister Narendra Modi, derzeit auf Wien-Besuch, verbindet ein gutes Verhältnis mit Kreml-Chef Wladimir Putin. So führte ihn die erste Auslandsreise nach seiner Wiederwahl am Dienstag nach Moskau. Doch dort soll Spekulationen zufolge beileibe nicht alles eitel Wonne gewesen sein.

Die Gerüchte über ein Zerwürfnis der beiden mächtigen Staatenlenker waren aufgekommen, nachdem ein Gespräch zwischen den Delegationen der beiden Länder in Moskau abgesagt worden war. Gemunkelt wird, dass Modis – wenn auch vorsichtig geäußerte – Kritik am Ukraine-Krieg Putins diesem zu viel gewesen sei und er daraufhin den Termin absagen habe lassen.

Kreml: „Termingründe“
Kreml-Sprecher Dmitri Peskow dementierte am Mittwoch umgehend und wortreich. Die Absage sei aus „Termingründen“ erfolgt, die Tagesordnung sei bereits abgearbeitet gewesen. „Das hat absolut nichts mit irgendwelchen Meinungsverschiedenheiten oder problematischen Situationen zu tun.“

Modi-Anmerkung über Kiewer Kinderspital-Tragödie
Modi hatte Putin bei einem gemeinsam Auftritt vor Medienvertretern indirekt gerügt, indem er gesagt hatte, der Tod unschuldiger Kinder sei schrecklich. Ihm blute das Herz, wenn er davon höre. Modi bezog sich dabei darauf, dass nach Angaben der Ukraine und der UNO eine russische Rakete das größte Kinderkrankenhaus in der ukrainischen Hauptstadt Kiew getroffen hatte.

Die traurigen Überreste des Kiewer Kinderspitals (Bild: AP ( via APA) Austria Presse Agentur/Evgeniy Maloletka)
Die traurigen Überreste des Kiewer Kinderspitals

Putin ist bisher nur selten offen von Ländern kritisiert worden, die Russland als befreundet ansieht. Verschärfend kommt hinzu, dass Modi seine Kritik auf russischem Boden, im Beisein Putins und vor laufenden Kameras äußerte. Dabei war der Tenor des Besuchs positiv: Modi hatte Putin als „lieben Freund“ bezeichnet und erklärt, das Verhältnis basiere auf gegenseitigem Vertrauen und Respekt.

Sanfte Kritik auch in Wien
Tags darauf wiederholte Modi seine Kritik in Wien. Nach einem Gespräch mit Kanzler Karl Nehammer (ÖVP) erklärte er, er habe mit diesem unter anderem über den Ukraine-Krieg gesprochen. Dabei habe er bekräftigt, dass der Verlust unschuldiger Menschenleben nirgendwo akzeptabel sei und Lösungen für Konflikte nicht auf dem Schlachtfeld gefunden werden könnten.

 krone.at
krone.at
Loading...
00:00 / 00:00
play_arrow
close
expand_more
Loading...
replay_10
skip_previous
play_arrow
skip_next
forward_10
00:00
00:00
1.0x Geschwindigkeit
Loading
Kommentare
Eingeloggt als 
Nicht der richtige User? Logout

Willkommen in unserer Community! Eingehende Beiträge werden geprüft und anschließend veröffentlicht. Bitte achten Sie auf Einhaltung unserer Netiquette und AGB. Für ausführliche Diskussionen steht Ihnen ebenso das krone.at-Forum zur Verfügung. Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB). Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.

Kostenlose Spiele