Die im LIVA-Skandal unter Beschuss geratene Linzer Kulturstadträtin Doris Lang-Mayerhofer sieht sich fälschlicherweise angegriffen. Nach einem Tag Schockstarre meldete sich nun auch ihr Parteichef in der Linzer ÖVP, Martin Hajart, zu Wort. Der Vorwurf, Lang-Mayerhofer sei „korrupt“, sei „unterste Schublade“.
Einen Tag, nachdem die „Krone“ einen weiteren Knalleffekt in der Causa rund um den mittlerweile entlassenen Brucknerhaus-Intendanten Dietmar Kerschbaum enthüllte, schießt sich nun die Linzer SPÖ auf Kulturstadträtin Doris Lang-Mayerhofer (ÖVP) ein. Wie berichtet, stellte das Wirtschaftsprüfungsunternehmen KPMG fest, dass ausgerechnet jene Firma, an der die Stadträtin und stellvertretende LIVA-Aufsichtsratsvorsitzende zu 50 Prozent beteiligt ist, 2019 den Zuschlag für Umbauarbeiten im Brucknerhaus-Foyer erhielt – und das ohne die dafür erforderliche Ausschreibung.
Linzer SPÖ: „Hajart trägt die Verantwortung“
„Ich bin schockiert, dass jetzt mit haltlosen Vorwürfen gegen meine Person versucht wird, von dem eigentlichen Brucknerhaus-Skandal abzulenken“, reagierte Lang-Mayerhofer auf den Prüfbericht. Für die Linzer SPÖ sind diese Aussagen „Schutzbehauptungen und Unwahrheiten“. Sie sieht einen „ÖVP-Korruptionsskandal“. SPÖ-Stadtrat Dietmar Prammer: „Die massiven Compliance-Verstöße sind eine moralische Bankrotterklärung. Die politische Verantwortung dafür trägt ÖVP-Linz-Obmann Martin Hajart.“
Hajart sieht „Schmutzkübel-Streit“
Der angesprochene Linzer Vizebürgermeister schießt nun – nach einem Tag Schockstarre – zurück: „Der SPÖ-Vorwurf, Stadträtin Lang-Mayerhofer sei korrupt, entbehrt jeglicher Realität und ist unterste Schublade. Ich stehe hinter ihr.“ Er wolle sich „in diesen Schmutzkübel-Streit“ nicht hineinziehen lassen, sagt Hajart weiter. Vielmehr gehe es darum „dass das Brucknerhaus – wohlgemerkt zum 200. Jubiläumsjahr Anton Bruckners – wieder aus den Negativschlagzeilen kommt“.
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