Im Kulturhauptstadtjahr stellt das Lehár Festival in Bad Ischl eine Operettenrarität auf die Bühne: Thomas Enzinger inszeniert grandios „Märchen im Grand Hotel“ von Paul Abraham. Der große, lange Applaus galt auch einem besonders spielfreudigen Ensemble.
Was für eine Entdeckung: „Märchen im Grand Hotel“ von Paul Abraham, 1934 in Wien uraufgeführt, entpuppt sich heute als funkelndes, ja filmisches Operettenjuwel. Die Handlung ist wie im Märchen: Stubenmädel und Kellner verlieben sich in einen Prinzen und eine Prinzessin. Natürlich steckt da noch viel mehr dahinter, denn Hollywood fantasiert auch ordentlich mit, etwa mit Figuren von Charlie Chaplin bis King Kong.
Thomas Enzinger gelingt eine temporeiche Inszenierung der Jazzoperette, die auch als Musical nur Bestnoten bekommen würde. Rasante Steppeinlagen und Choreographien (Evamaria Mayer, Marie-Christin Zeisset) wechseln sich mit romantischen, stimmlich fordernden Arien und eingängigen Liedern ab (Libretto Fritz Löhner-Beda).
Gute Stimmen, gute Ideen
Bei den Regieideen zieht er ebenfalls viele Register, entwickelt u.a. eine fantasievolle Barszene, lässt eine endlose Perlenkette über die Bühne wandern oder schickt das Ensemble schwimmen. Enzinger und Christoph Huber (musikalische Leitung) führen ein tolles Ensemble durch die unterhaltsamen Liebeswirren, die musikalisch viel verlangen.
Fassung für junges Publikum ist geplant
Stimmlich, schauspielerisch und tänzerisch herausragend ab der ersten Minute ist Nina Weiß als junge Filmemacherin. Auch Oliver Severin (Albert), Julia Koci (Infantin) und Maximilian Mayer (Prinz) überzeugen in den weiteren Hauptrollen.
Heftiger Beifall für diese hochkarätige Eröffnung des 64. Lehár Festivals in Bad Ischl!
Übrigens: Am Samstag, 27. Juli (11 Uhr), gibt es „Märchen im Grand Hotel“ für Kinder.
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