Unterversorgung

Wien bekommt nun endlich ein weiteres Kassen-MRT

Wien
28.06.2024 17:00

Paukenschlag bei der Zielsteuerungskommission. Bund, Länder und Gesundheitsversicherung haben sich für einen sofortigen Ausbau der MRT-Versorgung in Österreich geeinigt. 13 neue Kassengeräte sollen in den kommenden Monaten geschaffen werden. Auch Wien bekommt eines der dringend benötigten MRTs. Die „Krone“ hat die Details.

Wiener, die bis zu sechs Wochen auf ein Kassen-MRT warten müssen, um abzuklären, ob sie eventuell doch Krebs haben. So sieht die aktuelle Realität aus. Die Wartezeiten für dringend benötigte MRT-Untersuchungen sind in den vergangenen Monaten explodiert. Bund, Ländern und Gesundheitskasse war klar - so kann es nicht weitergehen. Die „Krone“ hat mehrmals berichtet. Doch nun der Paukenschlag. In der Bundeszielsteuerungskommission hat die ÖGK nun einen umfassenden Plan vorgestellt. Vor allem Wien für Wien wird dieser eine spürbare Entlastung bringen.

Die Details
Wien bekommt ein weiteres Kassen-MRT. Dieses wird in Floridsdorf in den kommenden Monaten in einem neuen, modernen Diagnosezentrum entstehen. Österreichweit kommen 13 neue Geräte für Patienten mit e-Card. Die zusätzlichen Kapazitäten werden dabei sowohl im niedergelassenen Bereich (fünf Geräte) als auch in Kooperation mit dem Spitalsbereich (acht Geräte) in fast allen Bundesländern zur Verfügung gestellt. Weiters werden mit den Ländern Kooperationsvereinbarung verhandelt um auch bestehende Spitalsgeräte besser nutzen zu können.

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Wir versorgen in Wien ja in Wirklichkeit nicht nur zwei Millionen Einwohner, sondern auch täglich 350.000 Pendler. Die nutzten natürlich auch bisher die Wiener Infrastruktur. Jetzt haben sie auch an ihren Wohnorten mehr Kapazitäten.

Wiens Gesundheitsstadtrat Peter Hacker (SPÖ)

Wiens Gesundheitsstadtrat Peter Hacker (SPÖ): „Man muss loben, wenn zu loben ist. Die Sozialversicherung hat – zu meiner positiven Überraschung – ein ganzes Bündel an Maßnahmen vorgelegt. Viele davon werden sofort aktiv.“ Hacker freut sich nicht nur über den zusätzlichen Kassenvertrags für Wien. Auch im Burgenland und Niederösterreich stehen dann zusätzliche Kapazitäten zur Verfügung. Hacker: „Wir versorgen in Wien ja in Wirklichkeit nicht nur zwei Millionen Einwohner, sondern auch täglich 350.000 Pendler. Die nutzten natürlich auch bisher die Wiener Infrastruktur. Jetzt haben sie auch an ihren Wohnorten mehr Kapazitäten.“

MRT-Überweisungen verringern
Aber auch das von der ÖGK oft kritisierte vorschnelle Überweisen an ein MRT soll in Zukunft etwas eingedämmt werden. Mario Ferrari von der ÖGK: „Ein zusätzliches Gerät kann aber nur eine Maßnahme in einem Bündel sein. Wir haben hier ein Gesamtpaket geschnürt.“ Von den Ärzten wird auch mehr Disziplin bei Überweisungen gefordert. Hacker bringt es auf den Punkt: „Die Kasse hat sich angesehen, was auf den Überweisungen draufsteht. Da gibt es viele, die sind hochpräzise. Da schreiben die Fachärzte ganz genau, was ihr Verdacht ist und warum sie eine zielgerichtete, bildgebende Diagnostik brauchen. Das sind Überweisungen, wo völlig klar ist, die müssen stattfinden. Für die muss auch ein kurzer Timeslot möglich sein. Aber Überweisungen wo nur ´linke Kniescheibe´ draufsteht, sind nicht zielführend.“

Besseres Wartezeiten-Monitoring
Auch das soll zu einer Entlastung der bestehenden Geräte beitragen. ÖGK-Obmann Andreas Huss: „Wir wollen unseren Versicherten insgesamt eine Serviceverbesserung bei den MR- und CT-Untersuchungen bieten mit leichterer Terminbuchung bei kürzeren Wartezeiten, besonders für dringliche Untersuchungen, ergänzt um ein modernes qualitatives Zuweisungssystem für den richtigen Behandlungsweg zur besten Behandlung.“ Zusätzlich arbeitet die Sozialversicherung an der Weiterentwicklung eines Konzepts für ein Wartezeiten-Monitoring, das alle Geräte (auch Kooperationsspitalsgeräte) umfasst und als Orientierungshilfe für Patienten dienen und so die Wartezeiten weiter verkürzen soll.

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