Lego-Paradies

Ganz besondere Steine, die um die Welt gehen

Oberösterreich
24.06.2024 11:20

Knapp zwei Millionen Legoteile beherbergt Beate Wagner. Darunter viele Schnäppchen, aber auch echte Schmuckstücke. Was kostet das teuerste und wohin gehen die Stücke? Die „Krone“ war zu Besuch bei der Herren über die Steine, die für viele die Welt bedeuten.

Flohmärkte waren gestern. Mittlerweile hat sich Beate Wagner einen Namen gemacht und muss nicht mehr in der Gegend herumtingeln, um nach ihren „Schätzen“ zu suchen. Die Leute pilgern mit Kisten nach St. Florian, um ihre alten Legosteine abzugeben oder um neue Legosteine zu kaufen. Für Wagner ist ihr Hobby mittlerweile zum Geschäftsmodell geworden.

Anfragen kommen aus der ganzen Welt
„Die Idee ist 2019 erstanden, aufgemacht haben wir ein Jahr später, dann kam Corona und mit dem Einzelhandel war nichts, dafür wurde der Onlinehandel umso erfolgreicher. Aktuell haben wir um die 900.000 Steine und genau so viele unsortiert in der Garage. Ich bezahle einen Kilopreis, die Steine werden dann gewaschen und weiterversandt“, erzählt die gebürtige Deutsche. Die Geschäftsidee stammte allerdings von ihrem Mann. „Er hat als Kind immer Lego gebaut. Mittlerweile spricht das aber auch die Erwachsenen an“, weiß Wagner, deren Kundschaft in erster Linie Männer in dem Alter 40+ sind.

Vier Euro für einen Stein
Ein einzelner Stein kostet laut der Expertin gerade einmal zehn Cent, „aber ich hab’ auch schon vier Euro dafür ausgegeben“. Immerhin haben ihre Kunden auch Spezial-Wünsche. Denn die Anfragen kommen aus der ganzen Welt. „Wir haben uns auf die 80er- und 90er-Jahre spezialisiert. Da war Weltraumlego eine große Sache, gefolgt von Piraten und Rittern. Diese Steine finden noch immer großen Anklang.“ Wagner verkauft Einzelsteine über die Plattform BrickLink, wo weltweit etwa 60.000 Händler ansässig sind. Ein Stein sei sogar nach Hawaii gegangen. „Auch die Chinesen bestellen viel – Ritter in erster Linie. Die Amis sind dafür extreme Star-Wars-Fans“, erzählt sie über die Lego-Vorlieben in anderen Ländern.

27 Cent für eine Platte aus dem Jahr 1958
Auf alten Dachböden finden sich immer wieder Schätze: „Für den Einzelnen wertlos, für Sammler ein echtes Schmuckstück“, so Wagner. Gerade die älteren Star- Wars-Figuren seien teuer. „Da kommt schon einiges zusammen bei uns. Aber was will ein Einbrecher mit zehn Kilo Lego? Ich glaube, es gibt ein lukrativeres Klientel als mich“, zwinkert die 45-Jährige und überprüft jeden einzelnen Stein genau, ehe dieser in eine beschilderte Lade kommt. „Einige sind angebissen. Es gibt halt viele Familien mit Hunden. Auch die Kinder knabbern gerne am Lego herum.“

Besonderes Wissen ist gefragt
In den vergangenen vier Jahren hat Wagner ihr Wissen aufgebessert. „Meine Familie hat beschlossen, ich müsste mich bei Star Wars gut auskennen und mir sämtliche Filme gezeigt. Natürlich nur wegen der Lego-Figuren“, lacht die Florianerin. Und präsentiert stolz ihre besonderen Stücke: Captain Rex um 180 Euro, daneben stehen Batman, ein alter Ritter mit seiner Maid, das älteste Lego Männchen, das Space Manderl aus den 70er Jahren, die Leia Organa aus den 90ern, der Green Goblin und Ninjago Hands of Time. Daneben zeigt uns Wagner zwei Solid Pilar: „Das weiße Teil kostete fünf bis zehn Cent, in dunkelblau kommt es in sehr wenigen Sets vor – dafür muss man acht Euro berappen. Eine Platte aus 1958 ist dafür nur 27 Cent wert.“

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