Stauchaos auf A10

Der Tennengau zittert vor der nächsten Blechlawine

Salzburg
23.06.2024 06:00

Staualarm! Die erste Sommerferien haben in Deutschland bereits begonnen. Die Tennengauer Gemeinden erwarten durch Tunnelöffnungen nur geringe Verbesserungen. Und: Die Sicherheitsbedenken nehmen zu. . . 

Stau, Stau, Stau! Von Hallein bis Golling sind Bürger und Bürgermeister genervt. Je wärmer es wird, desto massiver rollt die Blechlawine Richtung Süden. Die ersten Megastaus – Pfingsten, Ostern, Fronleichnam – haben die Gemeinden regelrecht erstarren lassen. Alles stand still auf den Hauptstraßen. Die Ortszentren waren dicht. Die „Krone“ hat regelmäßig berichtet.

Nun stehen die großen Ferien an. Fünf deutsche Bundesländer sind bereits gestartet. Wien, Niederösterreich und das Burgenland folgen kommende Woche in die Sommerferien. Im bevölkerungsreichsten Bundesland Deutschlands – Nord-Rhein-Westfalen – beginnen die Ferien am 8. Juli. Gleich wie in Westösterreich. Zusammengefasst: Innerhalb von zwei Wochen jubeln knapp sechs Millionen Schüler in Österreich und Deutschland mit ihren Familien über die Ferien.

Kontrollen bei den Abfahrten durch die Asfinag. (Bild: Tröster Andreas)
Kontrollen bei den Abfahrten durch die Asfinag.

Sorgenfalten bei Betroffenen und Ortschefs 
Der Autoreiseverkehr ist steigend. Was das bedeutet, ist klar: Massive Überlastung der Straßen. Die betroffenen Bürgermeister Alexander Stangassinger (Hallein, SPÖ), Thomas Freylinger (Kuchl, ÖVP) und Martin Dietrich (Golling, SPÖ) erwarten „minimale Besserung“ durch die Öffnung der Tunnel auf der A10, erinnern sich aber, dass bereits in den Jahren vor den aktuellen Tunnelsperren die Gemeinden den Ausweichverkehr massiv gespürt haben. Nächste Woche sollen beide Fahrbahnen wieder offen sein. Einig sind sich die Bürgermeister, dass die Sicherheit der Bevölkerung oberste Priorität haben muss. Sie fordern, dass Rettung, Feuerwehr und Notarzt rechtzeitig zu den Einsatzorten kommen. Landesrettungskommandant Stefan Herbst: „Wir nutzen bei Krankentransporten die Öffi-Spur, es entstehen nur geringe Verzögerungen. Bei allen Notfalleinsätzen nutzen wir auf der Autobahn die Rettungsgasse. Bei Staus auf den Bundesstraßen kam es bisher zu keinen wesentlichen Verzögerungen auf der Anfahrt zum Einsatzort.“

Die Bürgermeister warnen jedoch: „Es sei eine Frage der Zeit, denn je öfter die Straßen so verstopft sind, desto höher die Wahrscheinlichkeit, dass es sich einmal nicht mehr ausgeht.“

„Vor allem für die Feuerwehrleute ist es schwierig, denn die schaffen es oft nur mehr schwer ins Zeughaus zu kommen“, wie Freylinger ergänzt. Hierzu hört man seitens der Feuerwehren hinter vorgehaltener Hand, dass sich die Einsatzorganisation bereits geschlossen an die Bezirkshauptmannschaft gewandt hat. Echte Lösungen für Ernstfälle scheinen jedoch nicht in Sicht.

Wirtschaftlich ist die Situation von Hallein bis Golling auch belastend. Alois Schöninger ist einer dieser Leidtragenden. Der Schuhhändler in Halleins Altstadt blickt sorgenvoll in die Zukunft: „Die bisherigen Monate wirken sich an Stauwochenenden auf den Umsatz aus, es ist deutlich weniger Frequenz. Kurzfristig erwarte ich mir jetzt Besserung durch die Öffnung der Baustellen, aber mittelfristig wird es so wie jetzt sein. Es werden mehr Autos und das was die Tunnelbaustellen jetzt aufgezeigt haben, wird meiner Meinung nach zum Normalzustand werden.“

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