Vorbei ist die Bundesliga-Saison für den WAC. Die „Krone“ beleuchtet seinen Senkrechtstarter des Jahres, zieht ein Fazit über die Amtszeit von Coach Manfred Schmid – und weiß, warum Didi Kühbauer der richtige Mann für den Job, wo nun vor allem Qualität im Kader nötig ist, sein wird.
Das unselige 1:2 gegen Austria Wien (womit man sich eine mögliche fünfte Europacup-Teilnahme vorzeitig abschminken musste) war der sportliche Schlussstrich unter eine unbefriedigende WAC-Saison. Was davon bleibt, was Hoffnung macht – und wie nun der Blick auf nächste Saison aussieht!
Der Senkrechtstarter
Natürlich Thierno Ballo! „Als ich kam, hockte er weinend in der Kabine – jetzt hat er die Chance auf die EM“, meinte Coach Manfred Schmid über den 22-Jährigen. Der – nach 12 Liga-Toren (darunter drei Doppelpacks bzw. drei Elfer, ein Elfernachschuss) und der Aufnahme in den vorläufigen EM-Kader – restlos happy ist. „Es war immer mein Traum, im Nationalteam dabei zu sein.“ Thierno düst jetzt zur Familie nach Köln, hält sich dort mit einem Privattrainer fürs Teamcamp (ab 29. Mai) fit.
Es war immer mein Traum, im Nationalteam dabei zu sein.
Thierno BALLO
Der Hoffnungsträger
Natürlich das „Mentalitätsmonster“ Didi Kühbauer. Der 53-Jährige wird ab Mitte Juni neue Energie, neue Emotion ins Team bringen, soll die Vorgabe von Präsident Dietmar Riegler („Ich will mutigen, offensiven Fußball sehen, Fußball, wie ihn die Fans lieben“) umsetzen. An „Kühs“ Seite der erfahrene Manni Nastl, dazu bleiben Urgestein Hannes Jochum und Tormanntrainer Mario Krassnitzer an Bord.
Keine ruhmreichen Erinnerungen
Eine kurze Verabschiedung in der Kabine. Gleich nach Abpfiff, ein „Dankeschön“ vor laufender TV-Kamera– und dann war die Ära von Coach Schmid beim WAC auch schon beendet. Auch wenn er – dem Fakt geschuldet, dass man zweimal nur Abstiegsrunde spielte – auf den zweitbesten Punkteschnitt aller WAC-Trainer kam (1,54 in 44 Ligaspielen; Bester: Struber 1,92/14 Partien), auch wenn sein einstiger Wunschspieler Mo Bamba den Rekorderlös von fünf Millionen € einbrachte, Thierno Ballo bis ins A-Team lief – als ruhmreich wird seine Amtszeit nicht in Erinnerung bleiben.
Dazu hat der Wiener speziell in der Endphase zu viele Baustellen aufgemacht, hat – nachdem er schon unter der Saison die Routiniers Novak und Kerschbaumer aussortiert hatte – auch die verdienten Führungsspieler Leitgeb und Bonmann gnaden- und erklärungslos ins Abseits gestellt. Diese und andere Verhaltensweisen lösten bis zur Führungsetage nur noch Kopfschütteln aus.
Qualität muss her
Boakye, Ballo, Veratschnig werden gutes Geld bringen – das man nicht in Kaderergänzungen, sondern in absolute Qualität, in gestandene Spieler, investieren muss. Das weiß der weiter topmotivierte Riegler. „Wir schauen uns am einheimischen Markt um. Gibt’s da Probleme, verzichten auch wir künftig auf den Österreicher-Topf.“
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