Nagelschere, Schraubenzieher und Flaschenöffner in einem – das multifunktionale Schweizer Armeemesser begeistert Generationen. Jetzt rütteln die Eidgenossen an einer Ikone.
Jeder kennt es – doch der „Regulierungswahn“ zwingt nun offenbar das längst legendäre Schweizer Armeemesser in die Knie. Wie das Traditionsunternehmen Victorinox verkündet, soll sein Bestseller entschärft werden. Im späten 19. Jahrhundert für die eidgenössischen Streitkräfte entwickelt, trat das Multifunktionswerkzeug einen Siegeszug rund um die Welt an. Neben einer Klinge verfügt das Messer über so manch praktische Spielerei wie Korken- und Schraubenzieher, Nagelschere, einen Flaschen- und Dosenöffner und sogar eine Pinzette. Und damit begeisterte das Multifunktionswerkzeug Generationen.
Klinge als Waffe, nicht als Werkzeug interpretiert
Doch ein Element steht nun auf dem Prüfstand – die kleine Messerklinge! Denn wie Firmenchef Carl Elsener in einem Interview mit dem Schweizer „Blick“ erklärte, hafte an dem Werkzeug schon länger ein „Waffenimage“. So werde mittlerweile in weiten Teilen der Welt das Schweizer Messer eher als mögliche Waffe statt als praktisches Hilfsmittel verstanden. Daher wird jetzt an einem Modell ohne Klinge getüftelt.
Auch in Österreich wird aktuell über ein generelles Waffenverbot im öffentlichen Raum diskutiert. Parallel dazu wurde am Brennpunkt Reumannplatz in Wien-Favoriten kürzlich eine Waffenverbotszone verordnet: Im Fokus steht dabei die potenzielle Gefährlichkeit eines Gegenstandes. Soll heißen: Ein Schweizer Messer könnte mit oder ohne Klinge von der Polizei abgenommen werden.
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