Die jüngsten Beschlüsse eines EU-Parlamentsausschusses bereiten der österreichischen Finanzbranche große Sorgen. Den Plänen zufolge soll die Hälfte der Mittel der nationalen Einlagensicherungsfonds in einen europäischen Topf überwiesen werden. Eine europäische Abwicklungsbehörde soll auf diese Mittel zugreifen können.
Die Österreichische Nationalbank warnt davor, dass dadurch in Zukunft deutlich höhere Dotierungen der Einlagensicherungsfonds erforderlich würden. Die OeNB begrüßt zwar die Bemühungen, für Krisenzeiten besser gerüstet zu sein. Allerdings gehe es hier um einen „möglicherweise gravierenden Systemwechsel“, wie Vize-Gouverneur Gottfried Haber festhält.
Die österreichische Einlagensicherung sei kosteneffizient und habe sich in den letzten Jahren bewährt, so die OeNB. Und die Einlagensicherungsfonds seien trotz zwischenzeitlicher Sicherungsfälle mit rund zwei Milliarden. Euro sehr gut gefüllt. Der österreichische Schutzschirm schützt Einleger vor etwaigen Verlusten in Höhe von 100.000 Euro und in speziellen Fällen bis zu 500.000 Euro, wenn die Bank das Geld nicht mehr ausbezahlen kann.
WKÖ: „Geht am Ziel des Einlegerschutzes vorbei“
„Wenn künftig europäische Abwicklungsbehörden auf die Mittel der Einlagensicherungsfonds zugreifen können, geht das am Ziel des Einlegerschutzes für die Sparer und Sparerinnen klar vorbei“, kritisiert Willi Cernko, Obmann der Bundessparte Bank und Versicherung der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ), in einer Aussendung.
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