Turbulente Szenen in der Nacht beim Grenzstein C117: Polizeihunde suchten nach zwölf Migranten und machten Jagd auf Mafia-Komplizen.
Eigentlich sind die Aufgriffszahlen im Keller. Lediglich fünf Flüchtlinge sind vergangene Woche im Burgenland gemeldet worden. „An der Grenze zu Ungarn ist es so ruhig wie seit Jahren nicht“, lautet die aktuelle Bilanz. Nur viele gestoppte Schlepperfahrzeuge, die entlang der Hauptrouten noch abgestellt sind, erinnern an die Spitzenzeiten 2023 mit bis zu 3000 Flüchtlingen jede Woche.
Lenker raste davon
Doch jetzt sorgte erneut eine Schleuserbande für Aufregung. Donnerstagnacht gegen drei Uhr hielten Soldaten in Neumarkt an der Raab drei Autos mit italienischen Kennzeichen an, die im Konvoi über die Grenze wollten. Als die Rekruten zur Kontrolle auf die Pkw zugingen, brach der Lenker des ersten Autos aus und raste davon.
Kollision bei Flucht
Der Fluchtweg der beiden anderen Wagen wurde blockiert. Plötzlich öffneten sich die Türen, zwei Schlepper und zwölf Migranten sprangen ins Freie. In Panik liefen sie weg. Mitten in den Turbulenzen kollidierte ein Pkw der Täter mit einem Bundesheerfahrzeug.
Tierische Hilfe
Großalarm ausgelöst! Mit zwei Spürnasen machte sich auch die Diensthundestreife aus Königsdorf auf die Suche nach den Flüchtigen. Die Fahnder auf vier Pfoten – der Jüngere hat erst vor einer Woche seine Spezialausbildung mit Bravour gemeistert – waren erfolgreich. Die Migranten – fünf Männer und sieben Frauen, vermutlich aus China – und ein Schlepper wurden im Dunkeln hinter Gebüschen aufgestöbert.
Den zweiten Schleuser stellten Beamte mithilfe des Polizeihelikopters. Vom dritten Kriminellen fehlte vorerst jede Spur. Die Migranten wurden zur Registrierung nach Heiligenkreuz gebracht. Um die Einvernahme der Verdächtigen kümmerten sich Ermittler des Bezirkspolizeikommandos in Jennersdorf. Bei den Tätern handelt es sich um Komplizen der chinesischen Schleppermafia, die in Italien wohnen. Sie waren mit Mietwagen unterwegs.
Schlepper-Autos an Grenze
Mit diesem Großaufgriff sind seit Jänner 213 Migranten im Burgenland aufgetaucht – so viele wie vor einem Jahr an einem einzigen Tag. Insgesamt gingen heuer vier Schlepper ins Netz. Apropos Tatfahrzeuge: Derzeit stehen jeweils zehn sichergestellte Schlepperautos nahe der Grenze in Nikitsch und in Deutschkreutz.
Ein paar Dutzend sind es in Nickelsdorf. Oft stehen die Karossen monatelang auf den Parkplätzen und nerven Anrainer. Die meisten Pkw und Klein-Lkw können versteigert werden, der rechtliche Behördenlauf dauert jedoch seine Zeit.
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