Alternative Antriebe legen im Burgenland weiter zu. Fast 60 Prozent aller Neuwagen fahren elektrisch oder hybrid. Doch die nötige Infrastruktur bleibt vielerorts auf der Strecke.
Der Wandel auf Österreichs Straßen schreitet voran und das Burgenland liegt dabei über dem Bundesschnitt. Mit einem Plus von sieben Prozent bei den Neuzulassungen im Vergleich zum Vorjahreszeitraum verzeichnet man hierzulande ein stärkeres Wachstum als im Durchschnitt (+5,9 Prozent). Besonders auffällig: Fast 60 Prozent der Neuwagen fahren im Burgenland inzwischen mit alternativen Antrieben.
Ein Blick auf die Zahlen zeigt die Verschiebung im Detail
Von den 4.339 neu zugelassenen Fahrzeugen zwischen Jänner und Juni entfallen 1.322 auf Benziner (-21,4 Prozent), 422 auf Diesel (-29,3), 1.586 auf Benzin-Hybride (+57,5) und 1.010 auf Elektroautos, deren Anteil sich um 38,4 Prozent erhöht hat. Der Marktanteil reiner E-Autos liegt damit bei 23,3 Prozent, jener von Hybriden bei 36,5 Prozent – insgesamt fahren somit 59,8 Prozent der Neuwagen im Burgenland zumindest teilweise elektrisch. Österreichweit liegt dieser Wert mit 59,3 Prozent ähnlich hoch.
„Die Kunden haben immer weniger Berührungsängste gegenüber den neuen Technologien.“
Michael Ferdinand Nemeth, Landesobmann des Fahrzeughandels
Für Michael Ferdinand Nemeth, Landesobmann des Fahrzeughandels ein klares Zeichen: „Die Kunden haben immer weniger Berührungsängste gegenüber den neuen Technologien.“ Er sieht darin eine positive Entwicklung – mahnt jedoch auch: „Jetzt gilt es, die damit einhergehenden Herausforderungen zu meistern.
Ladeinfrastruktur hinkt hinterher
Dazu zählt vor allem der Ausbau der Ladeinfrastruktur, der trotz steigender E-Mobilität vielerorts hinterherhinkt. Besonders in ländlichen Regionen ist es für viele Haushalte nach wie vor schwierig, zuverlässig und rasch zu laden – von flächendeckenden Schnellladestationen ist man vielerorts weit entfernt.
Auch die Belastung des Stromnetzes wird zunehmend zum Thema: Je mehr Fahrzeuge geladen werden müssen, desto stärker steigen die Anforderungen an Versorgung und Netzstabilität. Hier sehen Branchenvertreter wie Nemeth auch die Politik gefordert.
Kostenfaktor bleibt ein Thema
Ein weiterer Kritikpunkt betrifft die Kosten für die Konsumentinnen und Konsumenten. Zwar sind viele Elektro- und Hybridmodelle mittlerweile in der Mittelklasse angekommen, doch gerade bei der Anschaffung bleibt E-Mobilität für viele Burgenländerinnen und Burgenländer ein finanzieller Kraftakt. „Mobilität muss auch künftig leistbar bleiben. Hier braucht es steuerliche Entlastung und gezielte Förderungen“, so Nemeth. Besonders im Burgenland – einem Pendlerland mit hohem Individualverkehrsanteil – seien bezahlbare Alternativen zum klassischen Verbrenner entscheidend.
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