Die Sprache des Tanzes kann jeder verstehen: Laterna Magika aus Prag und die tschechische Choreografin Lenka Vagnerová verzauberten das Tanztage-Publikum im Linzer Posthof mit brachial-zärtlichen Visionen rund um (Edgar Allen) „Poe“, den scharfzüngigen Poeten exzentrischer Gedanken und dunkler Literatur.
Im schwarzen Bühnenraum bestimmt der Rhythmus des Herzschlages die ersten Bilder und Bewegungen, ehe sich der Erzähler aus einem Bücherberg befreit und die Figuren Poes beginnen, ihr absurd-phantastisches Unwesen zu treiben.
Sie spielen mit unseren Sehgewohnheiten, Menschen werden geschrumpft, aus Füßen werden Hände, manche Fabelwesen tragen den Kopf zwischen den Beinen. Es ist ein großes Staunen, das da über das Publikum hereinbricht, nicht nur wenn die Tänzer scheinbar schwerelos über die Bühne schweben.
Barbapapa und Perchten
Erleben kann man einen geradezu grotesken Augenschmaus, denn die Kostüme (Eva Jirikovská) erschaffen einen eigenen Kosmos, der zwischen Barbapapa und Flinserlweibern, zwischen Fatsuites und perchtenähnlichen Wesen Poes (Alp-)Träume zum Leben erweckt.
Eingebettet in grandiose Musik- und Lichtprojektionen zeigen Laterna Magika und Vagnerová ihr virtuoses Spiel mit „Poe“: ein opulentes Geschenk an die Sinne! Wunderbar!
Das nächste Highlight, bei den Tanztagen im Linzer Posthof: Zum Jubiläum „Anton Bruckner 2024“ kredenzt am Freitag, 12. April die São Paulo Dance Company einen dreiteiligen Abend und ehrt Oberösterreichs berühmtesten Komponisten mit einer Welturaufführung.
Milli Hornegger
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