Positiver Trend

Deutlicher Rückgang bei Delogierungsverfahren

Vorarlberg
04.04.2024 17:17
Porträt von Vorarlberg-Krone
Von Vorarlberg-Krone

Immer wieder geraten Mieter in finanzielle Schwierigkeiten, dann droht eine Delogierung. Im vergangenen Jahr hatte die entsprechende Koordinationsstelle in Vorarlberg mit 424 Haushalten zu tun.

Ein sicheres Dach über dem Kopf zu haben, ist eines der wesentlichsten Grundbedürfnisse von Menschen überhaupt. Kann dieses Bedürfnis nicht mehr abgedeckt werden, so besteht die Gefahr, dass sich auch zahlreiche andere Lebensbereiche prekär entwickeln. Um Wohnungslosigkeit erst gar nicht entstehen zu lassen, gibt es in Vorarlberg seit rund 20 Jahren ein entsprechendes Hilfsangebot, allen voran die ifs-Koordinationsstelle Delogierungsprävention. Im vergangenen Jahr hatte diese Stelle mit 424 räumungsgefährdeten Haushalten zu tun, das sind rund 100 mehr als noch im Jahr zuvor.

Bei 87 Prozent dieser Fälle konnte der Wohnraum gesichert beziehungsweise noch vor der Räumung eine andere Wohnung gefunden werden. Dieser Wert entspricht einer Steigerung um vier Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Sozial-Landesrätin Katharina Wiesflecker und Heidi Lorenzi, die Leiterin des Bereichs Wohnen im ifs (Institut für Sozialhilfe), verwiesen am Donnerstag auf einen „insgesamt positiven Trend“: Trotz Teuerung, Inflation und Bevölkerungszuwachs ist die Zahl gerichtlicher Räumungsverfahren in Vorarlberg deutlich zurückgegangen. Im vergangenen Jahr wurden 547 Verfahren durchgeführt, um 77 weniger als 2022.

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Eine Wohnung und damit ein Zuhause zu haben, ist ein elementarer Grundbedarf. Umso wichtiger ist es, kompetente Unterstützung zu bekommen.

Landesrätin Katharina Wiesflecker (Grüne)

60 Prozent der Fälle waren bei der Kontaktaufnahme mit der Koordinationsstelle noch nicht gerichtsanhängig. „Durch den präventiven Ansatz kann in den meisten Fällen letztlich eine Lösung gefunden werden“, erläuterte Lorenzi. Aber auch bei fast drei Vierteln jener Fälle, in denen bereits ein Räumungstermin fixiert worden war, gelang es am Ende doch noch, die Wohnung zu sichern. Bei mehr als 90 Prozent der Sachverhalte, die von dem ifs begleitet wurden, waren übrigens Mietrückstände der Grund für die Wohnungskündigung.

Kompetente Unterstützung
Die ifs-Koordinationsstelle arbeitet eng mit den schon bestehenden regionalen Sozialeinrichtungen sowie mit Gemeinden und mit Wohnbauträgern zusammen. Vogewosi, Alpenländische Heimstätte und Wohnbauselbsthilfe beteteiligen sich auch an den Kosten. Im Jahr 2013 haben diese gemeinnützigen Wohnbauträger 12.800 Euro beigesteuert. Der größte Teil der finanziellen Mittel stammt aber aus dem Sozialfonds – heuer sind das immerhin 142.000 Euro. „Eine Wohnung und damit ein Zuhause zu haben, ist ein elementarer Grundbedarf. Umso wichtiger ist es, schon möglichst frühzeitig kompetente Unterstützung in Anspruch nehmen zu können, wenn es Schwierigkeiten gibt“, erklärte die Landesrätin.

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