Ski-Austria-Sportchef

Stecher: „Unser Anorak muss alle stolz machen!“

Wintersport
20.02.2024 18:30

Mit 19 Jahren holte Mario Stecher seine erste Kombi-Medaille, mit 46 wurde er nun Sportdirektor des Skiverbandes - und geht’s mit viel Elan an! 

„Krone“: Gratulation! Am Freitag als Sportdirektor präsentiert - und am Wochenende gleich zwei Alpin-Siege. War das schon der „Stecher-Effekt“?
Mario Stecher: Das will ich nicht auf meine Fahnen heften. Eigentlich werde ich ja erst ab 1. Mai im Amt sein. Aber man sieht, dass wir nicht nur in gewissen Bereichen top sind, wir haben viel, viel Potenzial.

Stellt der Österreichische Skiverband weltweit noch die Nummer 1 dar?
Wie wir es leben, wie wir uns als Nation fühlen - ja. Aber z. B. im Alpinen sind uns die Schweizer derzeit voraus. Auch dank eines Marco Odermatt. Wir hatten früher einen Hermann Maier, einen Benni Raich, einen Marcel Hirscher. Aber mein Ziel ist klar, wieder die Nummer 1 zu werden. Wer mich kennt, weiß, dass ich mit dem 2. Platz nicht zufrieden bin.

Es gab 35 Bewerber für deinen neuen Job, darunter auch interne Konkurrenten im ÖSV. Gibt’s da in Zukunft Konflikt-Potenzial?
Zuerst einmal bin ich froh, dass man mich ausgewählt hat. Man hat gesehen, wie ich arbeite, dass das zu Erfolg führen kann. Ich habe auch nie ein Hehl daraus gemacht, dass ich es machen will. Jetzt aber werde ich auf alle zugehen, mit allen die Gemeinsamkeit suchen. Denn fix ist: Es geht nur gemeinsam.

Nach deinen großen Erfolgen als Kombinierer kam mit der Berufung als Sportdirektor im Funktionsleben wieder ein großer „Sieg“. Oder?
Zweifellos. Wenn man denkt, wo man herkommt, wie alles angefangen hat. Wie ich selbst zu den Funktionären aufgeschaut habe. Und genau da will ich auch hinarbeiten. Dass jeder denkt: Was haben wir für tolle Skifahrer, tolle Skispringer, tolle Biathleten. Ich möchte, dass jeder gerne unseren Anorak anhat. Dass die Kinder ein Faible, Begeisterung, Stolz dafür entwickeln. Mit dem Gefühl, dass wir alle zusammengehören. Mit viel Respekt und gegenseitiger Wertschätzung. Die Eltern sollen spüren: Da sind meine Kinder gut aufgehoben.

Apropos Kinder. Deine beiden Söhne tendieren eher zu Alpinski. Ist dir als Nordische-Kombinierer-Legende da was schiefgegangen?
(lacht)
Ich habe in die Familie Raich eingeheiratet. Und die sind alle Alpin-begeistert. Auch wenn sie langlaufen und gern Skispringen schauen. Ich würde auch nicht Alpin und Nordische trennen - ich rede von Schneesport-Begeisterten.

Wer wird dein Nachfolger als Nordischer Chef?
Namen geistern viele herum, ich weiß. Die jüngsten Erfolge waren aber nicht allein meine, es war ein lässiges Team. Die interne Lösung ist daher die einfachste und beste Variante.

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