„Very british“

Wiens erster Club nach echt englischem Vorbild

Wien
29.01.2024 10:45

In einem Innenstadtpalais entsteht gerade Wiens erster Club nach traditionell englischem Vorbild. Die Mitgliedschaft ist limitiert und eher für gefüllte Brieftaschen. Wir haben mit dem Ideengeber gesprochen. Er verrät uns, was für die Aufnahme in die exklusive Gesellschaft nötig ist.

Die Bauarbeiten im Palais Kaiserhaus im ersten Bezirk in der Wallnerstraße sind bereits in vollem Gang. In dem im frühbarocken Stil erbauten Palais aus dem 17. Jahrhundert entsteht gerade auf 1600 Quadratmetern ein nobler Club für Damen und Herren, der Kaiserhaus Membership Club. Der erste dieser Art in Wien. Kaiserhaus, weil bereits Kaiser Franz Stephan von Lothringen hier pompöse und rauschende Feste feierte.

„Immer ein Haus der Begegnung“
Die Club-Idee hatte Michael Kraus, Alt- und Ehrengroßmeister der Großloge von Österreich, sowie Geschäftsführer der Donau Finanz. Der gebürtige Salzburger verbrachte bereits seine Kindheit im Palais - genauso wie seine Tochter Katharina Kraus, die Projektpartnerin ist. „Es war immer ein Haus der Begegnung, der Veranstaltungen und der Feste. Das will ich so beibehalten“, sagt Kraus im Gespräch mit der „Krone“.

Das Palais Kaiserhaus (Lemberg) in der Wallnerstraße 3 in der Wiener Innenstadt.
Das Palais Kaiserhaus (Lemberg) in der Wallnerstraße 3 in der Wiener Innenstadt.(Bild: Gerhard Bartel)

Obwohl die Räumlichkeiten derzeit noch eine staubige Baustelle präsentieren, kann man sich schon jetzt im prunkvollen Spiegelsaal mit den benachbarten Salons elegante Abendessen oder Feste gut vorstellen. Am Boden schuften Bauarbeiter in Millimeterarbeit am Parkett, die fünf Meter hohen Wände sind blattgoldverziert und mit Spiegeln dekoriert. Allerhand Werkzeug bedeckt den Boden. Bis Herbst soll alles fertig sein.

4000 Euro Mitgliedsbeitrag
Im Club ist auch ein Wein- und Zigarren-Tresorraum vorgesehen, in dem die bis zu 500 Mitglieder ihre Kostbarkeiten lagern können. Mehrere Zigarrenräume, mit dunkelbraunen Lederfauteuils ausgestattet, laden ab September zahlungskräftige Gäste zum Genießen feiner Zigarren ein. Und das in einer zivilisierten Umgebung und dem Vergnügen einer anregenden und angenehmen Gesellschaft. Der Mitgliedsbeitrag wird dabei mit an die 4000 Euro im Jahr saftig ausfallen, dazu kommt auch noch die einmalige Einschreibgebühr in der Höhe von 5000 Euro.

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Wir wollen damit in Wien einen wirklich internationalen Ort für eine Community schaffen, die so etwas nicht hat. Alle anderen Clubs in Wien bedienen nicht den Anspruch, den die in England erfüllen.

Initiator Michael Kraus

Jedes Mitglied darf beim Besuch des Clubs drei Gäste mitnehmen. Wer Mitglied werden kann, entscheidet ein zwölfköpfiges Gremium. In erster Linie soll es darum gehen, was die jeweilige Person zur Community beitragen kann. „Dann kommen subjektive Komponenten sicherlich auch dazu“, sagt Kraus.

Striktes Handy- und Fotoverbot
„Wir wollen damit in Wien einen wirklich internationalen Ort für eine Community schaffen, die so etwas nicht hat. Alle anderen Clubs in Wien bedienen nicht den Anspruch, den die in England erfüllen“, so Kraus, der seit mehr als 40 Jahren Freimaurer ist. Ziel ist es, einen Ort zu schaffen, an dem man sich auch zurückziehen, sich austauschen kann und nicht ein Etablissement, in das man geht, um gesehen zu werden. Zu den Hausregeln gehört deshalb auch, dass man dort weder telefonieren noch fotografieren darf. Der Dresscode ist Smart Casual und Pflicht.

Das Wiener Projekt hat in England bereits Interesse geweckt. Denn: „Es hat auch eine europapolitische Komponente. Manche britische Clubbesitzer haben begriffen, dass ihr Auszug aus Europa keine so gute Idee war. Die Sehnsucht, sich wieder mit Europa zu verknüpfen, ist da.“

Top 5 Nobelclubs aus London als Partner
Als Partnerclub sind derzeit die Top 5 Nobelclubs aus London im Rennen, nach deren Vorbild auch der Kaiserhaus Membership Club entsteht. Die Brücke zu den Engländern schlug der dritte Partner im Projekt, Farbod Sadeghian, der Verbindungen in die britische Hauptstadt pflegt.

Kaiserhaus Membership Club

500 Männer und Frauen will der exklusive Club aufnehmen. 4000 Euro kostet die Mitgliedschaft pro Jahr. Ein Gremium von zwölf Personen entscheidet, wer rein darf.

Von Kunstgalerien bis Musikevents und Finanzschulungen. All das wird in der Wallnerstraße schon bald ein breites Publikum bedienen. Wer der namhafte britische Partner sein wird, ist abzuwarten.

Porträt von Bernadette Krassay
Bernadette Krassay
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