Top-Manager in Riad

Lange Nächte und der Traunstein in der Wüste

Oberösterreich
08.01.2024 11:20

Mit den Transfers von Neymar und Cristiano Ronaldo machte Saudi-Arabien von sich reden. Ex-Hofer- und -Müller-Chef Günther Helm führt hier seit April 2023 die Geschäfte von Cenomi Retail. Der 44-Jährige über sein neues Leben in Riad, einer Metropole, die in den nächsten Jahren enorm wachsen soll.

Cristiano Ronaldo soll bei Al-Nasser rund 200 Millionen Euro pro Jahr verdienen; auf das Konto von Neymar, derzeit durch eine Knieverletzung außer Gefecht, wandern jährlich offenbar 80 bis 100 Millionen Euro für sein Engagement Al-Hilal.

Allein diese zwei Mega-Verpflichtungen in der Saudi-Professional-Fußball-League unterstreichen die Ambitionen von Saudi-Arabien im Sport, wo man sich in den letzten Jahren immer mehr Aufmerksamkeit erarbeitet hat. Seit 2021 dreht die Formel 1 im Königreich ihre Runden. Auch an einem Zusammenschluss mit der PGA-Golftour wird gebastelt. Die Geldquellen, um das alles zu finanzieren, scheinen nicht zu versiegen - Ölvorkommen sei Dank.

„Die zunehmende Sportbegeisterung im Land sehen wir in den wachsenden Umsätzen unserer Decathlon-Sport-Filialen“, sagt Günther Helm. Seit Ende März 2023 lebt der 44-Jährige in Riad, der Hauptstadt von Saudi-Arabien.

Mehr als 10.000 Mitarbeiter
Von hier aus führt der ehemalige Chef der Hofer KG und der Drogeriemarktkette Müller nun die Geschäfte von Cenomi Retail. Mehr als 10.000 Mitarbeiter beschäftigt die Gruppe in insgesamt 13 Ländern, ist der größte Franchise-Händler in Saudi-Arabien und betreibt Shops für Marken wie Zara, Mango, New Yorker und Co., sowie 100 Einkaufszentren.

2030 sollen in Riad 15 Millionen Menschen wohnen
Linz statt Riad - der Unterschied ist enorm. „Die Distanzen sind hier riesig - von der nördlichen bis zur südlichen Stadtgrenze braucht man schon eine Stunde auf der Autobahn“, erzählt Helm. Auch die Pläne der Metropole sind gigantisch: Von acht Millionen Menschen, die hier leben, soll die Stadt bis 2030 auf 15 Millionen wachsen.

Arbeiten bis 4 Uhr früh
Rückzugsgebiete? Die Wüste. „Was für die Oberösterreicher der Traunstein ist, ist hier der ,The Edge of the World‘, eine markante Felsformation“, so der Manager, der sich schon an die Eigenheiten des Landes gewöhnt hat. So startet in den extrem heißen Sommermonaten und im Fastenmonat Ramadan der Arbeitstag erst spät.

„Dafür wird dann bis 4 Uhr früh gearbeitet“, so Helm, der von der Aufbruchstimmung in seiner Wahlheimat, die wegen dem Umgang mit Menschenrechten immer wieder in die Kritik gerät. „Saudi-Arabien ist im Wandel, das bekommt man hier bei jedem Gespräch mit. Wir erleben eine einzigartige Gastfreundschaft.“

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