Mo, 17. Dezember 2018

"Krone"-Ombudsfrau

06.03.2012 12:07

Legastheniker: Eltern erhalten keine Finanzhilfe

Seit den Sommerferien 2011 wissen Fabian und seine Eltern: Der Achtjährige ist Legastheniker und benötigt, damit er in der Schule mit seinen Freunden mithalten kann, eine entsprechende Therapie. 200 Euro pro Monat müssen die Eltern dafür ausgeben. Finanzielle Unterstützung gibt es für diese Therapie nicht.

Legastheniker wissen wahrscheinlich, was ein Buchstabensalat ist. Texte präsentieren sich in ihrer Wahrnehmung als solcher. Beim Schreiben werden Buchstaben weggelassen und verdreht, beim Lesen gibt es (Verständnis-)Schwierigkeiten. Beim kleinen Oberösterreicher Fabian zeigten sich die Schulprobleme am Ende der ersten Klasse. Die Diagnose: Legasthenie!

"Die Therapie für meinen Sohn kostet uns 200 Euro im Monat und zusätzlich die Fahrtkosten", sagt Fabians Mutter. Weil Fabian eine "Therapie" bekommt und von einer "Therapeutin" behandelt wird, fragte sie wegen einer Unterstützung bei der Gebietskrankenkasse nach. "Bei Legasthenie handelt es sich um keine Krankheit im sozialversicherungsrechtlichen Sinn", erhielt auch die Ombudsfrau eine abschlägige Antwort. Die Krankenkasse verweist auf den Landesschulrat, da Legasthenie als schulische Teilleistungsschwäche betrachtet wird.

"Die Schule macht keine Therapie, sondern leistet Lernunterstützung", erklärt Heidemarie Blaimschein vom Landesschulrat. Eltern seien in den sonderpädagogischen Zentren gut betreut. Dort werde ein individueller Förderplan erstellt. Zuschüsse gibt es nicht. "Ich habe der Ombudsfrau meine Geschichte geschrieben, weil es Kinder gibt, deren Eltern sich die Therapie nicht leisten können. Diese Kinder haben im späteren Leben oft große Defizite oder sogar psychische Probleme", so Fabians Mutter. Kleiner Trost von der GKK: Im Verein "SHGLega für erwachsene Legastheniker und Eltern legasthener Kinder" helfen sich Betroffene gegenseitig...

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