Politiker sehr präsent

Kritik an Stadtblatt mit 95 Bürgermeister-Fotos

Oberösterreich
21.09.2023 09:31

Auf 80 Seiten des Ansfeldner Stadtblatts ist der freiheitliche Bürgermeister Christian Partoll gleich 95-mal zu sehen, auf einer Doppelseite für Ehrungen sind sogar 20 Bilder mit dem Stadtchef und den Jubilaren abgedruckt. Das stößt auf Kritik. Der Bürgermeister kündigt eine Reform an. 

Selten war in Ansfelden ein Bürgermeister so allgegenwärtig wie Christian Partoll. Der 2021 zum Stadtchef gewählte FPÖ-Politiker ist viel unterwegs, besucht fast jede Veranstaltung, mischt sich gerne unters Volk und vermarktet sich auch in den sozialen Medien professionell.

Viel unterwegs in 70-Stunden-Woche
In der jüngsten Ausgabe des Stadtblatts trieb es Partoll in den Augen seiner Kritiker in Sachen „Selbst-Marketing“ zu bunt. Auf 80 Seiten ist er 95-mal abgebildet. „Ich zähle die Fotos nicht, hab’ aber eine 70-Stunden-Woche mit vielen Terminen. Die nehme ich sehr gerne wahr und lasse mich fotografieren“, so Partoll.

Christian Partoll ist Bürgermeister mit Leib und Seele, viel unterwegs und hat stets Zeit für die Bevölkerung. (Bild: Markus Wenzel)
Christian Partoll ist Bürgermeister mit Leib und Seele, viel unterwegs und hat stets Zeit für die Bevölkerung.

Auch Vorgänger stand in der Kritik
Viele Bilder seien Gruppenfotos mit anderen Politikern, etwa bei Spatenstichen und Eröffnungen. „Ich bin auf einigen Veranstaltungen, nehme als einziger hauptberuflicher Politiker in Ansfelden viele Ehrungen vor. Auch meinen Vorgängern wurde unterstellt, zu oft auf Fotos zu sein“, kündigt Partoll eine Reform des Stadtblatts mit weniger und dafür größeren Fotos an. Derzeit erscheint das Ansfeldner Stadtblatt viermal im Jahr. Die Kosten von 19.000 € pro Ausgabe seien laut Partoll durch Werbeeinnahmen fast zur Gänze gedeckt.

Ausgewogenheit in Ried Pflicht
In der Stadtzeitung von Ried im Innkreis ist Bürgermeister Bernhard Zwielehner (ÖVP) hingegen viel seltener zu sehen. „Das liegt daran, dass wir uns auf eine möglichst neutrale Berichterstattung geeingt haben. Bevor die Zeitung in Druck geht, wird sie auf Ausgewogenheit geprüft“, weiß Vize-Bürgermeister Peter Stummer (SP). Bei Fotos von Ehrungen gilt: Neben dem schwarzen Bürgermeister muss auch ein Vertreter anderer Parteien dabei sein. 

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