04.10.2011 13:12 |

"Kompetenter Mann"

Schweizer Marcel Koller als Teamchef vorgestellt

Der neue österreichische Teamchef heißt Marcel Koller. Der 55-fache Schweizer Internationale sei laut ÖFB-Präsident Leo Windtner nach "profundem und professionellem Vorgehen" aus einer "Fülle guter Kandidaten" ausgewählt worden. Der 50-Jährige habe dem Anforderungsprofil am ehesten entsprochen. "Er ist unbelastet und kann mit neutraler Sicht an die Aufgabe herangehen. Er kann in Österreich seine eigenen Spuren ziehen und hinterlassen", fügte Windtner bei der Vorstellung am Dienstag hinzu.

"Es sind junge Spieler dabei, die das Talent haben, sich weiterzuentwickeln. Ich habe gesehen, dass es in der Mannschaft passt, sie mit Leidenschaft spielt. Meistens haben Kleinigkeiten gefehlt", sagte Koller nach einem DVD-Studium der Österreich-Auftritte in der jüngsten Vergangenheit. Es sei ein Potenzial vorhanden. "Ich denke, dass wir gemeinsam einen guten Weg gehen können. Ich bin ein Trainer, der dabei sein will, wo die Musik gespielt wird", fügte der Neo-ÖFB-Teamtrainer, der vor 14 Tagen erstmals kontaktiert wurde, hinzu.

Koller tritt sein Amt am 1. November an
Bei den abschließenden EM-Qualifikationsspielen gegen Aserbaidschan und Kasachstan wird noch ÖFB-Sportdirektor und Interimstrainer Willi Ruttensteiner auf der Bank sitzen. Koller wird seine Tätigkeit am 1. November aufnehmen und seine Premiere beim freundschaftlichen Länderspiel am 15. November in Lwiw gegen die Ukraine geben.

Nach dem Skilehrer-Schmäh setzt der ÖFB damit also ab sofort auf Schweizer Nüchternheit. War Didi Constantini nur selten um einen lockeren Spruch verlegen, übernimmt nun ein Mann das Ruder, der das genaue Gegenteil eines Showman darstellt. Koller hat den Ruf eines ruhigen, besonnenen, manchmal auch unnahbaren Trainers mit einem Graue-Maus-Image.

Bei Köln gefeuert, in Bochum gefeiert
Seine zurückhaltende Art soll maßgeblich zur Entlassung beim schillernden 1. FC Köln im Juni 2004 beigetragen haben, brachte ihm aber anschließend beim VfL Bochum wie schon zuvor beim FC Wil, FC St. Gallen und Grasshoppers Zürich Erfolg. Mit dem Ruhrpott-Verein schaffte der 50-Jährige, der als Coach mit St. Gallen (2000) und Grasshoppers (2003) Meister wurde, 2006 den Aufstieg in die höchste deutsche Liga.

Drei Spielzeiten hielten sich die Bochumer mit Koller und ab Sommer 2008 auch mit ÖFB-Teamspieler Christian Fuchs in der Bundesliga. Nach einem missglückten Saisonstart mit nur vier Punkten aus den ersten sechs Partien musste der Schweizer am 20. September 2009 seinen Sessel räumen und arbeitete danach nicht mehr als Trainer - bis ihn der Ruf von Windtner ereilte.

Akribischer Arbeiter und Experte für Spielsysteme
Der ÖFB-Boss setzt auf die Teamfähigkeit des Schweizers, der künftig eng mit Sportdirektor Ruttensteiner in vom Oberösterreicher vorgegebenen Rahmenbedingungen zusammenarbeiten wird, und er setzt auf Kollers analytische Fähigkeiten. Der neue Teamchef wird nämlich nicht nur in der Schweiz als akribischer Arbeiter und Experte für Spielsysteme gesehen. Constantini hingegen nahm es mit der taktischen Vorbereitung vor Länderspielen oft nicht so genau.

Seit seiner Entlassung beim VfL Bochum vor zwei Jahren war Koller nicht mehr als Trainer im Einsatz und nützte diese Zeit nach eigenen Angaben zur Fortbildung. "Ich habe unzählige Spiele in Europa gesehen und Workshops besucht", erzählte der sechste nicht-österreichische ÖFB-Teamchef. Durch seine Spielbeobachtungen sind Koller vor allem die ÖFB-Legionäre in der deutschen Bundesliga ein Begriff. "Aber alle Teamspieler habe ich nicht gekannt. Das Gros der Mannschaft muss ich noch kennenlernen", sagte der frühere Grasshoppers-Meistermacher, der vor seiner Präsentation kurz mit dem Team in Bad Tatzmannsdorf gesprochen hatte.

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