Gewalt nimmt zu

Pensionsproteste in Frankreich: 440 Verletzte

Ausland
24.03.2023 11:34

Der Streit um Frankreichs Pensionsreform droht zu eskalieren. Bei teils gewaltsamen Protesten wurden ungefähr 440 Einsatzkräfte verletzt, 457 Menschen wurden landesweit festgenommen. Für Donnerstag hatten Gewerkschaften erneut zu einem Großstreiktag und Demonstrationen aufgerufen.

Die Stimmung war in einigen Städten bereits tagsüber angespannt. Laut Frankreichs Innenminister Gérald Darmanin wurden mehrere öffentliche Gebäude wie ein Rathaus angegriffen, allein in Paris hat es etwa 900 Feuer gegeben. Laut Behörden demonstrierten am Donnerstag landesweit knapp 1,09 Millionen Menschen, die Gewerkschaft CGT sprach hingegen von 3,5 Millionen Beteiligten.

Laut Darmanian wurden landesweit 457 Menschen festgenommen, etwa 400 Polizistinnen und Polizisten wurden bei den Protesten verletzt. Für Entsetzen sorgten Bilder eines Polizisten, der zusammensackte, nachdem ihn ein Stein am Helm getroffen hatte. Premierministerin Élisabeth Borne nannte die Gewalt und Beschädigungen inakzeptabel.

Proteste seit Jahresbeginn
Bereits seit Jahresbeginn wird gegen die Pensionsreform demonstriert. Wochenlang waren die Streik- und Protesttage überwiegend friedlich verlaufen, doch seit die Regierung die umstrittene Reform vergangene Woche beschlossen hat, kommt es vermehrt zu Gewalt, vor allem bei spontanen Protesten. Diese soll laut den Teilnehmenden sowohl von der Polizei als auch von Demonstrierenden ausgehen. Für kommenden Dienstag haben die Gewerkschaften erneut zu landesweiten Aktionen aufgerufen, an diesem Tag hätte der britische König Charles III. zu Besuch in Frankreich sein sollen. Dieser wurde aber aufgrund der Proteste verschoben.

Derzeit liegt das Pensionsantrittsalter in Frankreich bei 62 Jahren, wobei der Ruhestand im Durchschnitt später beginnt. Wer für eine volle Pension nicht lange genug eingezahlt hat, arbeitet länger. Mit 67 gibt es dann unabhängig von der Einzahldauer eine Pension ohne Abschlag. Dies soll auch beibehalten werden, neu ist jedoch, dass das Antrittsalter schrittweise auf 64 Jahre angehoben wird.

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