Die Beschäftigten der Ordensspitäler haben am Dienstag in Wien für mehr Lohn und bessere Arbeitsbedingungen gestreikt. Die „Krone“ war vor Ort.
„Seit Jahren geht es stetig bergab. So wie bisher kann es nicht weitergehen“, sagt Neurologe Omid Hosseiny Mittwochvormittag vor dem Ordensspital Göttlicher Heiland im 17. Bezirk. Er nahm, wie zahlreiche andere Beschäftigte der Ordensspitäler - von Hebammen über diplomierte Pflegekräfte bis zu Ärzten - an den dreistündigen Warnstreiks teil.
„Haben zweieinhalb Jahre an vorderster Front gekämpft“
Denn die Forderung nach einem Teuerungsausgleich beziehungsweise 500 Euro pro Monat mehr wurde vonseiten des Arbeitgebers nicht erfüllt. „Die Kollegen haben zweieinhalb Jahre an vorderster Front gegen das Coronavirus gekämpft. Es kann nicht sein, dass sie jetzt ordentlichen Lohnerhöhungen hinterherlaufen müssen“, sagt Gerald Mjka, Intensivpfleger und Vorsitzender in der Gewerkschaft vida, der zusammen mit der Wiener Ärztekammer den Streik organisiert hat.
Ein großer Teil der Patienten erklärt sich solidarisch mit uns. Obwohl sie mit Verzögerungen rechnen mussten. Der Notbetrieb ist immer gesichert.
Gerald Mjka
Der Pflegeberuf ist so schwierig und undankbar. Sie müssen mehr geschätzt und besser bezahlt werden. Was machen wir, wenn alle die Arbeit niederlegen?
Ewelina Prosika
Wir sind bereits seit Jahren unterbesetzt, dann kam Covid. Jetzt kommen auch noch die Teuerungen hinzu. Wir fordern mindestens 500 Euro pro Monat mehr.
Lukas B.
Einmalzahlungen sind zu wenig
Das Angebot der Vinzenz Gruppe zeige, dass dem Arbeitgeber die Verantwortung gegenüber seinen Mitarbeitern nicht bewusst sei. „Anders können wir es uns nicht erklären, dass man Einmalzahlungen in Höhe von 50 (!) Euro anbietet und da noch viele Berufsgruppen ausschließt“, so Mjka. Neben dem Gehaltsplus werden auch bessere Arbeitsbedingungen gefordert. Denn die Belastung in den Spitälern nehme zu.
So wie bisher kann es nicht weitergehen. Es geht stetig bergab. Wir müssen immer mehr leisten. Es ist jetzt Alarmstufe Rot. Wir müssen weiter Druck aufbauen.
Dr. Omid Hosseiny
Jede Berufsgruppe fordert aufgrund der Teuerungen im Moment mehr Geld. Wenn man es dem einen gibt, muss man es allen anderen auch geben.
Walter Pospichal
„Wir müssen froh sein, dass wir sie haben“
Die Patienten vor Ort zeigten sich - trotz der ein oder anderen verlängerten Wartezeit zum großen Teil solidarisch mit der streikenden Belegschaft. „Wir müssen froh sein, dass wir sie haben“, sagt etwa eine Frau und betont: „Für das, was sie leisten, kriegen sie definitiv zu wenig Geld.“








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