Etwa 30 Corona-Kritiker blockieren noch immer jeden Sonntag in der Stadt Braunau den Verkehr, obwohl die von der Regierung verhängten Maßnahmen längst alle aufgehoben sind. Sowohl die Polizei im Innviertel als auch in Niederbayern muss jedesmal mehrere Beamte abstellen.
Es scheint, als ob in Braunau die Uhren stehen geblieben sind. Denn nicht viel anders als zu der Zeit, als die Corona-Maßnahmen der Bundesregierung noch in Kraft waren, marschiert dort nach wie vor an jedem Sonntagabend eine Gruppe von Menschen lautstark durch das Zentrum der Bezirksstadt. Allerdings gibt es einen ausgenscheinlichen Unterschied: Während am Höhepunkt der Protestwelle teils bis zu 250 „Spaziergänger“ auf diese Weise ihren Unmut auf der Straße artikulierten, sind es inzwischen nur noch etwa 30.
Heftige Lärm-Kulisse
Ausgerüstet mit Transparenten, Trommeln, Sirenen, Pfeifen und einer Soundanlage sorgt das Grüppchen jeden Sonntag ab 19 Uhr für gehörigen Radau. Organisiert wird der Marsch von Christian Niedermayer (61), der seine Mitstreiter via Megafon einpeitscht und anstachelt. Warum er das immer noch macht, obwohl die Regierung doch sämtliche Maßnahmen längst zurückgenommen hat? „Lockdown und Maskenpflicht schweben weiter in der Luft. Und wenn Impfbusse vor Schulen stehen, so ist das ein Verbrechen“, sagt er. Die Proteste würden sich inzwischen auch gegen die Teuerung,die Inflation und die Sanktionen gegen Putin richten: „Wir wollen, dass diese wieder aufgehoben werden, denn sie schaden nur uns Europäern.“ Niedermayer ärgert auch, dass Donald Trump – seiner Meinung nach – bei der US-Präsidentenwahl betrogen worden sei.
An Staatsgrenze gestoppt
Die Gruppe marschiert - jedes Mal begleitet von fünf Polizisten - vom Stadtplatz aus auf die Innbrücke in Richtung Deutschland. In der Mitte des Flussübergangs befindet sich die Staatsgrenze, wo fünf bayerische Beamte die Demonstranten stoppen. Dann geht es wieder zurück in die Innenstadt. Der Verkehr muss währenddessen umgeleitet werden.
Wie lange diese Märsche noch stattfinden sollen? Niedermayer: „Bis alle Forderungen erfüllt sind!“









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